Drängler und Raser aufgepasst: Lünen startet Kampagne mit viel Liebe

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Ob zu Fuß, mit dem Auto, Rad, oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln - mangelnder Abstand ist bei Unfällen im Ort Unfallursache Nummer zwei hinter zu hohem Tempo. Eine Kampagne soll helfen.

Lünen

, 14.02.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu wenig Abstand im Verkehr sorgt für Aggressionen und Stress. Das wiederum kann Verkehrsteilnehmer in brenzlige Situationen bringen. Um diesen Problemen zu begegnen, läuft in Lünen und weiteren Städten die Verkehrssicherheits-Kampagne unter dem Motto „Liebe braucht Abstand“.

Ziel ist, Verkehrsteilnehmer über das häufig mangelhafte Abstandhalten aufzuklären, mit dem sie sich und andere gefährden. Den Auftakt bildete eine Verkehrssicherheitskonferenz am Mittwoch (12. Februar), bei der rund 30 Bürgerinnen und Bürger mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Verbänden und der Polizei lokale Probleme und Konflikte aufdeckten.

Das Miteinander fördern

Es gehe nicht darum, Stärkeren die Schuld an Abstandsproblemen zuzuweisen, sondern das Miteinander zu fördern, so Franz Linder von der begleitenden Agentur „P.3“. In den Arbeitsgruppen „Autoverkehr/Öffentlicher Verkehr“, „Radfahrer“ und „Fußgänger“ wurden Konflikte erarbeitet als Grundlage für eine vom Stadtrat zu beschließende „Deklaration“ zur Verkehrssicherheit.

Diese soll die zukünftige kommunale Verkehrsplanung und Verkehrssicherheitsarbeit verbessern. Beim Leezenpatt als Fahrradstraße wurden etwa folgende Probleme erkannt: Viele Menschen wüssten nicht, wie man sich hier regelkonform verhalten sollte.

Ein Konflikt sei die Zunahme von Parken in der 2. Reihe. Auch die obere Münsterstraße sei problembehaftet. An der ehemaligen „Mercedes-Kreuzung“ seien Verbesserungen für Radfahrer gewünscht, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Wichtig sei vorausschauendes Fahren, wünscht sich die Polizei, um die Verkehrssituation zu erkennen.

Aktionstag zum Drahteselmarkt

Kritisiert wurden Egoismus und mangelnde Sensibilität. Warum nicht Busse und Radfahrer vorlassen und auf die eigene Vorfahrt verzichten – diese und weitere Vorschläge wurden gemacht. Wichtig sei ein schlüssiges Verkehrskonzept mit klaren Botschaften, Verhaltensregeln und der Vision des idealen Miteinanders. Als Leitwerte wurden Rücksichtnahme, Regelkenntnisse und der Mobilitätswandel formuliert.

Dieter Bornstein lobte etwa als Vertreter des Seniorenbeirates das Projekt, genauso wie Uwe Greif von der VKU. Am Samstag (16. Mai) soll beim „Drahteselmarkt“ auf dem Willy-Brandt-Platz bei einem Aktionstag das mehrstufige Projekt fortgesetzt werden. Es wird kooperativ von der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS), zu der auch Lünen gehört, dem Zukunftsnetz Mobilität NRW und der Landesverkehrswacht NRW durchgeführt und finanziell gefördert und begleitet durch das Ministerium für Verkehr des Landes NRW.

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