„Da stehen die Haare zu Berge“: An diesen Stellen wird es zu Fuß in Brambauer gefährlich

hzSicherheitsspaziergang

Im Straßenverkehr lauern viele Gefahren - in Brambauer hat die Polizei drei besonders schwierige Orte ausgemacht. Die Lösung soll nun ein Pilotprojekt bringen.

Brambauer

, 15.07.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Menschen sind zu Fuß unterwegs - Ältere oft deshalb, weil sie nicht mehr Rad fahren wollen oder können. Und immer öfter, so Annette Goebel von der Koordinierungsstelle Altenarbeit, werden Stimmen laut, dass sich vor allem Senioren nicht mehr sicher im Straßenverkehr fühlen.

Weil die Kooperation mit der Polizei seit Jahren erfolgreich läuft, startet in Brambauer ein Pilotprojekt, das bei Erfolg auch auf andere Stadtteile und/oder Zielgruppen ausgeweitet werden könnte.

Am Dienstag, 8. Oktober, findet der erste Sicherheitsspaziergang in Brambauer statt. Drei Polizeibeamte begleiten je eine Gruppe von bis zu zehn Teilnehmern durch den Stadtteil und erklären an drei besonders gefährlichen Stellen, wie Fußgänger sicher über viel befahrene Straßen kommen.

Das sind die drei Stellen:

1. Die Querungshilfe an der Waltroper Straße in Höhe von Foto Jacobzig

„Hier herrscht ganz viel Disharmonie“, sagt Rainer Strehl, Verkehrssicherheitsberater der Polizei.

Selbst wenn man nur kurze Zeit die Situation dort beobachtet, können einem schon die Haare zu Berge stehen. Unweit einer Fußgängerampel wagen sich Fußgänger über die Straße, manche auch mit Handicap. Wie eine Frau, die auf zwei Krücken angewiesen ist. Sicherer wäre die Überquerung an der Ampel. Aber die erscheint offenbar vielen Fußgängern als Umweg.

„Da stehen die Haare zu Berge“: An diesen Stellen wird es zu Fuß in Brambauer gefährlich

An der Waltroper Straße gibt es zwar in Höhe der Wittekindschule eine Fußgängerampel, aber viele Fußgänger gehen in Höhe der Lorenzstraße auch einfach so über die Straße. © Beate Rottgardt

2. Eine Überquerungsmöglichkeit an der Königsheide in Höhe der Streich-Apotheke zum Verkehrshof und Richtung Marktplatz

„Das ist für viele Fußgänger der bequemste, aber nicht der sicherste Weg“, so Bezirksbeamter Jörg Möllmann. Auch hier wird ein ähnliches Phänomen beobachtet wie an der Waltroper Straße. Es gibt an der Kreuzung einige Meter weiter eine Ampel für die sichere Überquerung der Straße.

Aber auch hier scheint vielen Fußgängern der Weg dorthin offenbar zu weit und sie wagen sich lieber zwischen den Autos auf die Straße.

„Da stehen die Haare zu Berge“: An diesen Stellen wird es zu Fuß in Brambauer gefährlich

An der Einmündung Yorckstraße in die Königsheide laufen viele Fußgänger vom oder zum Verkehrshof über die viel befahrene Straße. © Beate Rottgardt

3. Der Zebrastreifen am evangelischen Gemeindehaus an der Königsheide

Immerhin wird der Zebrastreifen genutzt. Aber oft leider falsch, wie Rainer Strehl beobachtet hat.

Auch wenn Autofahrer anhalten müssen, wenn ein Fußgänger einen Zebrastreifen überqueren will - nicht alle tun das auch. „Sichtkontakt zwischen Fußgänger und Autofahrer ist wichtig, das gilt natürlich für alle Zebrastreifen.“

Radfahrer müssen übrigens absteigen, wenn sie über den Zebrastreifen auf die andere Straßenseite wollen, so der Polizist. Ein weiteres Problem sind die Busse, wenn Fahrgäste vor oder hinter dem Bus einfach über die Straße laufen.

Tipps gelten auch für andere Straßen

Bewusst haben die Organisatoren den Spaziergang auf diese drei Punkte „beschränkt“, damit nicht zu viele Informationen in zu langer Zeit auf die Teilnehmer einprasseln. Wobei viele Tipps auch an anderen Straßen gelten.

Neben Möllmann und Strehl wird auch Verkehrssicherheitsberater Andreas Schlüter am 8. Oktober dabei sein. „Wir hoffen, dass die Teilnehmer auch als Multiplikatoren wirken und weitersagen, was sie dann erfahren“, so Möllmann.

Wenn der erste Sicherheitsspaziergang auf große Resonanz stößt, könnte man sich noch einen weiteren Termin in Brambauer vorstellen.

„Da stehen die Haare zu Berge“: An diesen Stellen wird es zu Fuß in Brambauer gefährlich

Laden zum 1. Sicherheitsspaziergang in Brambauer ein: (v.l.) Jürgen Plenge, Peter Korte, Martha Ahlers, Karin Glietz, Annette Goebel, Doris Seemann, Rainer Strehl und Jörg Möllmann. © Beate Rottgardt

Und nicht nur da. Strehl: „Wir haben auch schon eine Anfrage vom Quartiersmanager in der Geist bekommen.“ Und auch in Lünen-Süd gibt es bereits Interesse an solch einem Sicherheitsspaziergang, so Annette Goebel, Koordinatorin für Altenarbeit der Stadt Lünen.

Wenn es die Zeit der Verkehrssicherheitsberater erlaubt, könnte man das Projekt auch auf andere Zielgruppen ausweiten.

Die Veranstaltung beginnt am 8. Oktober um 14.30 Uhr im Bürgerhaus, Yorckstr. 13 mit Kaffee, Kuchen und Infos durch die Polizei. Im Vorverkauf gibt es Karten zum Preis von 3,50 Euro (inklusive Kaffee und Kuchen) im Markttreff, Bürgerhaus Brambauer, Yorckstr. 13 (montags und donnerstags vormittags) und in der Drogerie Pieper, Königsheide 8. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des „Initiativkreises Altenarbeit Brambauer“ mit der Polizei.
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