Keine „Earth Night“ in Lünen: Sicherheit und Orientierung gehen vor

Umweltschutzaktion

Nachdem Lünen in diesem Jahr nicht an der „Earth Hour“ teilgenommen hatte, wird nun die Teilnahme an der „Earth Night“ gefordert. Die Stadt lehnt das aber aus Gründen der Sicherheit ab.

Lünen

, 25.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine „Earth Night“ wird es in Lünen vorerst nicht geben - die Teilnahme an der „Earth Hour“ ist aber für das kommende Jahr geplant.

Eine „Earth Night“ wird es in Lünen vorerst nicht geben - die Teilnahme an der „Earth Hour“ ist aber für das kommende Jahr geplant. © picture alliance / Matthias Balk

Schon seit einigen Jahren gibt es die „Earth Hour“ - eine Aktion des WWF, die ein Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz setzen soll. Millionen von Menschen machen dabei am gleichen Tag um 20.30 Uhr Ortszeit für eine Stunde das Licht aus. Die letzte Earth Hour fand am 28. März 2020 statt, laut WWF beteiligten sich auch viele Städte und Gemeinden. In Lünen riefen die Lüner Initiative gegen globale Armut (Liga) und die Aktion „Fridays for Future“ dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Die Stadt selbst hatte das Licht aber nicht aus gemacht.

Offener Brief mit Hinweis auf „Earth Night“

Paul Steinebach findet das schade. Er engagiert sich in der Regionalgruppe Lüdinghausen der Initiative „Paten der Nacht“ - ein Projekt zur Eindämmung der Lichtverschmutzung. In einem offenen Brief an Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns weist er ihn deshalb auf die „Earth Night“ hin, die von den „Paten der Nacht“ organisiert wird.

Am 17. September soll dabei ab 22 Uhr der Einsatz künstlicher Beleuchtung auf ein Minimum reduziert werden. Anders als die Earth-Hour stelle die Earth-Night dabei das Licht an sich in den Fokus. „Aktuell gehen wir mit der Ressource Licht zu verschwenderisch um. Mit dem Ergebnis, dass wir Flora und Fauna in der Nacht mit zu viel Licht schaden, unseren gesunden Nachtschlaf beeinträchtigen und den Sternenhimmel verlieren“, heißt es in dem offenen Brief weiter.

Auf Anfrage heißt es von Seiten der Stadt, dass die Initiative der Stadtverwaltung bisher nicht bekannt gewesen sei und auch derzeit keine Teilnahme an der „Earth Night“ geplant sei. Sprecher Benedikt Spangardt begründet das damit, dass das Licht gerade in der Nacht Schutz und Orientierung biete, sowie die Attraktivität öffentlicher Räume steigere. „Insbesondere, da bei der „earth night“ nicht nur für einen Stunde, sondern für die ganze Nacht das Licht abgeschaltet oder abgedeckt werden soll, ergibt unsere Abwägung, dass wir als Stadtverwaltung bei der Aktion nicht teilnehmen werden“, so Spangardt weiter.

Teilnahme an „Earth Hour“ für 2021 geplant

Allerdings sei für das kommende Jahr eine Beteiligung an der „Earth Hour“ geplant. In diesem Jahr habe die Stadt Lünen aufgrund der Corona-Pandemie kurzfristig beschlossen, keine Aktion zu starten. Grundsätzlich finde die Stadtverwaltung die vom WWF initiierte Aktion jedoch sehr relevant und wolle sie bekannter machen. „Sie ist ein gutes, den Bürger*innen leicht vermittelbares Zeichen für mehr Klima- und Umweltschutz“, so Spangardt.

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