Echo-Show in Brambauer: Justin (17) bekommt Hilfe in der Corona-Krise

Besuchsverbot

Seit Wochen darf der vorerkrankte Justin seine Oma nicht sehen. Jetzt fanden die Johanniter gemeinsam mit dem Ambulanten Kinder-und Jugendhospizdiebnst Lünen eine Lösung für den 17-Jährigen.

Brambauer

01.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Justin aus Brambauer freut sich über die Hilfe, die ihm von Urte und Hildebrand von Hundt (Johanniter Hilfsgemeinschaft Dortmund) ermöglicht wurde.

Justin aus Brambauer freut sich über die Hilfe, die ihm von Urte und Hildebrand von Hundt (Johanniter Hilfsgemeinschaft Dortmund) ermöglicht wurde. © Johanniter Dortmund

Justin, 17 Jahre alt, leidet unter anderem an Muskeldystrophie, einer ausgeprägten Muskelschwäche. Deshalb gehört er zur Risikogruppe - seit Wochen gilt für den Jungen aus Brambauer ein striktes Besuchsverbot. Jetzt hat die Johanniter-Hilfsgemeinschaft Dortmund (JHG DO) gemeinsam mit dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Lünen einen Weg gefunden, dem Jungen die Zeit des Kontaktverbots zu erleichtern.

Tablet oder Smartphone sind nicht möglich

„Alexa, ruf Oma an!“ Justin strahlt, als seine Oma auf dem Bildschirm der „Alexa Echo Show“ erscheint und er mit ihr direkt sprechen kann, ohne vorher ein Gerät oder Display bedienen zu müssen. „Oma, stell Dir vor, so können wir uns sehen und sprechen, solange Du nicht zu uns kommen darfst.“ Justin lacht unter seiner Schutzmaske hervor.

„Besuche, Basteln und Begleitung kann zurzeit leider nicht stattfinden. Daher suchten wir nach einer Lösung, um Justin auch in dieser schwierigen Zeit einen Kontakt nach außen zu ermöglichen“, erzählt Urte von Hundt. Sie begleitet Justin seit drei Jahren als ehrenamtliche Mitarbeiterin des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Lünen. „Aufgrund der Erkrankung von Justin ist er nicht in der Lage, ein Smartphone oder Tablet zu bedienen. Aber er spricht klar und deutlich und kann größere Symbole auf einem Touchdisplay treffsicher berühren“, erläutert sie.

Einsatz von Alexa auch bei Senioren

Auf die Idee kam von Hundt durch ihre eigene Mutter: „Wir hatten vor Kurzem sehr gute Erfahrungen bei meiner Mutter, die kein Smartphone besitzt,

mit einer Alexa Echo Show gemacht. Sie kann Alexa per Sprachsteuerung hervorragend bedienen und genießt es sehr, per Video-Chat lebhaft am Leben ihrer Kinder, Enkel und Urenkel teilzuhaben.“ So könne diese Videotelefonie auch eine Lösung für Justin sein.

Als Sponsor fand sich die JHG DO, die ausschließlich gemeinnützige und karitative Ziele verfolgt, und zu deren Aufgaben die Unterstützung bei außerordentlichen Notständen sowie die Hilfe von körperlich Schwachen gehören.

„Das war für uns ein willkommener Vorschlag und Versuchsballon“, erklärt Dr. Hildebrand von Hundt, Vorstandsmitglied des JHG Do, „weil wir so eine Lösung auch für unsere Alten- und Pflegeheime in Dortmund suchen. Es findet ja bekanntlich zurzeit kein Besuch bei den Senioren und Seniorinnen statt, weder von ihren Angehörigen noch durch unseren ehrenamtlichen Besuchsdienst der Johanniter Hilfsgemeinschaft. Mit der Videotelefonie auf großem Bildschirm könnten wir die Familien und Freunde unsere Heimbewohner in unsere

Einrichtungen holen.“

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