Ehefrau mit dem Tod bedroht? Lüner beteuert seine Unschuld - Freispruch

hzAmtsgericht Lünen

Er soll seiner Frau mit dem Tod gedroht haben - vor dem Amtsgericht in Lünen wurde er jetzt aber freigesprochen. Das liegt größtenteils daran, dass die Frau nicht mehr aussagen wollte.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 09.08.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das sind einfach falsche Vorwürfe.“ - Im Streit sollte ein Lüner seine Noch-Frau mit dem Tod bedroht haben. Im Prozess beteuerte der 33-Jährige nun seine Unschuld und wähnte sich als Opfer schlimmer Lügen. Ansonsten herrschte Schweigen.

Das Verhältnis zwischen dem einstigen Paar war schon länger getrübt. Streit war an der Tagesordnung. Nicht anders war es am Abend des 22. September. In der gemeinsamen Wohnung gerieten die Eheleute erneut aneinander. Sie rannte raus auf die Straße, er folgte ihr. Passanten wurden Zeuge des Zwischenfalls.

Und in dieser Situation sollte der Mann ihr in seiner Heimatsprache - er hat osteuropäische Wurzeln - angekündigt haben: „Ich bringe Dich um.“ Inklusive einer schneidenden Geste am Hals, die seine Drohung unterstreichen sollte. Dann: „Du wirst die Nacht im Krankenhaus verbringen und ich werde ins Gefängnis kommen.“ Das zumindest gab die 32-Jährige später zu Protokoll.

Beide haben ein gemeinsames Kind

Nunmehr getrennt, trafen die Eltern eines kleinen Kindes nun im Amtsgericht wieder aufeinander. Dort musste sich der Lüner wegen Bedrohung verantworten. Doch er dachte gar nicht daran, den Vorwurf einzuräumen. Ja, es habe Streit gegeben und ja, der habe sich auf die Straße verlagert. Aber keinesfalls habe er solche Worte geäußert.

Vielmehr habe er die hysterisch schreiende Frau wieder ins Haus holen wollen, weil ihm das Ganze vor so vielen Zeugen peinlich gewesen sei.

Wenn ich das gesagt hätte, würde ich es zugeben. Aber ich habe es nicht gesagt.“ Zumal die Passanten die Geste doch, wenn er sie gemacht hätte, hätten sehen müssen.

„Schritte, um mich schlecht zu machen“

Darüber hinaus lieferte er eine Begründung für mögliche Lügen. Es ginge um das Sorgerecht für ihr gemeinsames Kind. Sie wolle das alleinige Sorgerecht, um mit der Kleinen auswandern zu können. „Das sind alles Schritte, um mich schlecht zu machen“, versicherte er. Deshalb habe er auch eine längere Zeit Angst vor Zusammentreffen gehabt. Schließlich könne sie immer neue Vorwürfe gegen ihn erheben. Mittlerweile sei aber etwas Ruhe eingekehrt.

Nach dieser Einlassung sollte die Noch-Ehefrau gehört werden. Doch nach der Belehrung, dass sie nicht gegen ihn aussagen müsse, zog es die 32-Jährige aus Lünen auch tatsächlich vor, von ihrem Schweigerecht Gebrauch zu machen. Sie antwortete lediglich mit einem „Nein“, als sie gefragt wurde, ob sie aussagen wolle.

Da es keine weiteren Zeugen gab, fand der Prozess unter den Voraussetzungen ein schnelles Ende. Der Vorwurf ließ sich angesichts der Aussageverweigerung nicht nachweisen. Dementsprechend wurde der 33-Jährige freigesprochen.

Lesen Sie jetzt