Eichenprozessionsspinner hinterlässt unschöne Spuren auf der Haut - wenn’s nur das wäre

hzGiftige Raupen

Wer den flauschigen Raupen zu nahe kommt, bereut das ganz schnell. Von unschönen roten Pusteln über Juckreiz bis hin zu Atemproblemen ist wirklich alles dabei. Wir sagen, was dagegen hilft.

Lünen

, 21.06.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Überall liest man es zur Zeit: Der Eichenprozessionsspinner ist los. Auch in diversen Facebook-Gruppen wird immer wieder an verschiedenen Stellen in Lünen vor den Tieren gewarnt. Jede Sichtung wird umgehend publik gemacht.

Stadt hat keine Flächen gesperrt

Bei der Stadt Lünen sind bereits rund 60 Meldungen dazu eingegangen. Eine genaue Zahl lasse sich allerdings nicht beziffern, da manche Fundorte auch mehr als einmal gemeldet wurden. Stadtsprecher Benedikt Spangardt sagt dazu: „Außerdem sind da immer mal wieder Meldungen von Befall an privatem Baumbestand dabei. Da kann die Stadtverwaltung allerdings nicht eingreifen.“

Die Stadt hat Firmen damit beauftragt, die Raupen abzusaugen. Gerüchte, dass Sportplätze und der Cappenberger See bereits von der Stadt abgesperrt seien, konnte der Sprecher der Stadt nicht bestätigen: „Die Stadtverwaltung hat keine öffentlichen Flächen im Stadtgebiet wegen des Eichenprozessionsspinners abgesperrt.“

Schlaflose Nächte und Konzentrationsschwierigkeiten

Wie so ein Hautkontakt mit den Brennhaaren ausgehen kann, das habe ich nun am eigenen Leib erfahren. Das freundliche Angebot der Stadt Lünen, den Baumkletterern bei ihrer Arbeit zuzusehen, endete für mich mit schlaflosen Nächten und Konzentrationsschwierigkeiten aufgrund von permanentem Juckreiz.

Eichenprozessionsspinner hinterlässt unschöne Spuren auf der Haut - wenn’s nur das wäre

Der Eichenprozessionsspinner sieht zwar harmlos aus, hinterlässt aber auf der Haut unschöne und vor allem schmerzhafte Spuren. © Schulz-Gahmen

Die Arbeit wurde für mich dadurch zu einer Tortur, auch die mitfühlenden Worte meiner Kollegen konnten daran leider nichts ändern. Mittlerweile frage ich mich, warum mir die Kollegen der Spezialfirma keinen Schutzanzug angeboten haben - oder warum ich nicht selbst auf die Idee gekommen bin, danach zu fragen. Im wahrsten Sinn ist die Sache dumm gelaufen - immerhin wusste der Arzt sofort, was Sache ist, als er mich sah.

Kein seltener Anblick für Ärzte

„Ein Wahnsinn, was da gerade passiert“, heißt es aus der Praxis Dr. Michael Funke, Vorsitzender des Lüner Ärztevereins. Täglich kämen fünf bis sechs Patienten, die mit den Raupenhaaren des Eichenprozessionsspinners in Berührung gekommen sind. Die Patienten fragten mitunter, ob sie Flöhe hätten. Doch die Symptomatik sei die typische Hautreizung durch die kleinen Härchen: Rote juckende Punkte auf der Haut oder Quaddeln. Besonders betroffen seien Fahrradfahrer, Wanderer, Hundebesitzer und Kinder.

Linderung verschafften antiallergische Salben mit Cortison, die lokal aufgetragen werden, Tabletten oder Tropfen für Kinder. Wichtig sei es, zu duschen sowie Kleidung und Bettzeug zu waschen. Die Härchen dürften nicht in die Augen gerieben werden. Im schlimmsten Fall könnten Raupenhaare einen allergischen Schock auslösen.

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