Baumkletterer entfernen in Lünen gerade die gefährlichen Raupen

hzEichenprozessionsspinner

Die Stadt Lünen hat gleich mehrere Teams mit Baumkletterern engagiert. Diese entfernen die Eichenprozessionsspinner von den Eichen in Lünen. Zuerst sind Kindergärten und Schulen dran.

Lünen

, 17.06.2019, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Eichenprozessionsspinner ist auf dem Vormarsch. Eike Helf (33) ist Baumkletter und Inhaber des Lüner Unternehmens Summitec. Seit zwei Jahren beschneiden die Jungs im Team nicht nur Bäume, sondern entfernen auch die gefährlichen Raupen. „In diesem Jahr ist ein deutlicher Anstieg der Tiere zu merken, letztes Jahr waren es noch weniger“, sagt er. Summitec saugt in Lünen seit drei Wochen und Helf schätzt, dass es noch zwei bis drei Wochen dauern kann, bis alle Nester entfernt sind.

In Auftrag gegeben hat die Stadt Lünen das Absaugen der Raupen. „Dafür zahlt die Stadt für zwei Baumkletter pro Tag rund 1800 Euro“, sagt Enrico Korth (28). Er ist Gärtnermeister bei Stadtgrün. Insgesamt hat die Stadt Lünen drei Firmen mit acht Teams beauftragt, die Eichenprozessionsspinner abzusaugen. In der Lippestadt stehen nach Angaben des 28-Jährigen rund 800 Eichen. „Als erstes werden die Tiere wie jetzt hier, an der Nikolaus-Groß-Grundschule, an Kindergärten und Schulen abgesaugt, dann folgen Friedhöfe und Grünanlagen“ sagt der Gärtnermeister.

Nicht jede Eiche sei betroffen. Eike Helf sagt: „Eichenprozessionsspinner lieben das Licht. Dort wo viele Eichen stehen, sind die Raupen daher selten anzutreffen. Auf Futtersuche gehen die Tiere nachts, daher können wir tagsüber die Nester entfernen, weil die Tiere sich dort versammelt aufhalten.“ Nachkontrollen seien trotzdem nötig, um Ausreißer, die beim ersten Absaugen nicht zu sehen waren, trotzdem noch zu erwischen. Ein Drittes Mal musste Summitec bisher noch nicht anrücken, um verbliebene Raupen abzusaugen.

Eichenprozessionsspinner bis zu zehn Jahre toxisch

Eike Helf klärt auf: „Das Gefährliche ist, dass die aktuellen Nester natürlich entfernt werden müssen, aber alte Nester ebenso. Denn die Gifthaare der Raupen sind noch bis zu zehn Jahre toxisch und verharren in den alten Nestern.“ Alle Infos rund um den Eichenprozessionsspinner haben wir noch einmal zusammen gestellt: Was Sie über den gefährlichen Eichenprozessionsspinner wissen müssen.

Gefährlich seien die Tiere erst ab dem dritten Stadium. Dieses Stadium beginne meist im Mai und Juni. Danach verpuppen sich die Raupen und legen ihre Haut ab. Die Konzentration der Brennhaare sei in alten Nestern daher extrem hoch. Wenn diese vom Wind fortgetragen werden, verteilen sich auch die giftigen Härchen.

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Baumklettterer entfernen Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner treibt zur Zeit auch in Lünen sein Unwesen. Die Stadt hat Firmen beauftragt, um die gefährlichen Raupen abzusaugen. Dazu gehören Schutzanzüge, Schutzbrillen, Handschuhe und Atemschutzmasken. Das sind die Bilder von der Absaug-Aktion an der Nikolaus-Groß-Schule.
17.06.2019
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Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen
Baumkletterer saugen in Lünen seit drei Wochen den Eichenprozessionsspinner ab.© Schulz-Gahmen

Für die Arbeit in den Bäumen setzen die Experten einen besonderen Staubsauger ein. Dieser hat einen Staubfilter der Klasse H. So bleiben die Partikel im Filter. „Privatleute machen häufig den Fehler und saugen diese Raupen und sogar ganze Nester mit einem Hausstaubsauger weg. Das ist gefährlich, denn dadurch werden die Brennhaare weiter aufgewirbelt und verteilen sich überall“, sagt Eike Helf.

Nester werden als Sondermüll verbrannt

Nester, die zu groß sind, um abgesaugt zu werden, werden mit einem Spachtel von den Bäumen entfernt und im Eimer gesammelt. Später werden sie als Sondermüll verbrannt. Auch sehe er immer noch, dass häufig Nester abgeflemmt würden. Teilweise machten das sogar noch einzelne Feuerwehren. Der Inhaber von Summitec klärt auf: „Auch das ist gefährlich, denn die Druckwelle, die durch die Flamme erzeugt wird, verbreitet die Gifthaare.“ Um sich vor den toxischen Haaren zu schützen, tragen die Baumkletter Atemschutzmasken, Overalls, Handschuhe und Helme. Das ziehe oft Interessierte an.

Eike Helf erklärt den Passanten gerne seine Arbeit. Allerdings würden viele auch Hände schütteln wollen, was nicht sinnvoll ist: „Wenn ich Atemschutzmasken sehe, dann bin ich erstmal vorsichtig und halte mich zurück“, sagt der 33-Jährige. Die Brennhaare seien durch die Baumkletterei überall auf der Schutzkleidung.

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