Eine Hochschule für Lünen: Neuer Anlauf für das Lüntec am 31. Januar

hzPläne für Brambauer

Schon einmal war Lünen als Hochschulstandort im Gespräch, doch die geplante Kooperation mit der FH Dortmund und dem Lüntec kam nicht zustande. Nun steht ein neuer Partner bereit.

Brambauer

, 20.01.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In seiner Begrüßungsrede zum Neujahrsempfang der Stadt Lünen am Donnerstag (16. Januar) im Hansesaal sprach Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (GFL) ein altbekanntes Problem an: „Wir brauchen mehr Fachkräfte in Lünen.“ Doch wie das jüngste Beispiel der Firma Maximago gezeigt hat: Fachkräfte bekommen, ist die eine Sache; Fachkräfte halten die andere.

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Kleine-Frauns setzte jedoch noch früher an: „Wer in Lünen wohnt und studieren möchte, der muss umziehen. Denn Lünen hat immer noch keine Hochschule.“ Dabei hätte es 2019 bereits so weit sein sollen - eine „hybride Hochschule“ unter anderem in Kooperation mit der Fachhochschule Dortmund sollte am Lüntec in Brambauer entstehen.

Absichtserklärung soll am 31. Januar unterzeichnet werden

Die Kooperation kam nicht zustande, Lünen blieb ohne Hochschule - doch das soll sich nun endlich ändern: „Unser Wirtschaftsförderer Eric Swehla arbeitet derzeit intensiv an einer Kooperation mit der niederländischen Hochschule Fontys.“

Auf Nachfrage erklärte Stadtsprecher Benedikt Spangardt: „Am 31. Januar soll eine Absichtserklärung in den Niederlanden unterzeichnet werden.“ Dann könne Eric Swehla auch Details zur Art und Weise der Kooperation geben.

Die „Fontys University of applied sciences“ im knapp 110 Kilometer entfernten Venlo, kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze, bietet praxisorientierte Studiengänge in Wirtschaft und Management, Ingenieurwesen, Informatik und Logistik an. Dazu zählen auch Maschinenbau, industrielles Produktdesign oder Softwareentwicklung.

2100 Euro für ein Semester

„Praxisorientiert“ heißt in diesem Fall außerdem, dass die Universität mit einer Reihe großer Unternehmen kooperiert, die den Studenten Mitarbeit im Betrieb ermöglichen. Unter anderem besteht eine Zusammenarbeit mit Beiersdorf, Unilever, Canon oder dem Schokoladenhersteller Lindt.

Umsonst ist das Studium in Venlo allerdings nicht. Für das Studienjahr 2020/21, das möglicherweise schon für die Kooperation mit Lünen in Frage käme, fallen bei Studenten aus der Europäischen Union im Bachelor-Studiengang für das erste Jahr 1071 Euro an, weil die niederländische Regierung die Hälfte der Kosten übernimmt. Für die weiteren Jahre werden dann jeweils 2143 Euro fällig.

Master-Studiengänge, die in Venlo und im britischen Plymouth angeboten werden, kosten im ersten Trimester 4000 Euro, im zweiten Trimester umgerechnet rund 6000 Euro.

Die Lebenshaltungskosten gibt die Uni übrigens mit 500 bis 800 Euro pro Monat für Venlo und mit 900 bis 1100 Britischen Pfund (rund 1200 Euro) monatlich für Plymouth an. Preise, die Lünen wohl relativ unproblematisch unterbieten könnte - sollte es Studenten möglich werden, einen Teil ihres Studiums in Brambauer zu absolvieren.

Lüntec als „kleines Silicon Valley“

Alles in allem klingt das Angebot der Fontys Universität wie geschaffen für das Lüntec, das sich laut Kleine-Frauns schon als „kleines Silicon Valley“ einen Namen in der Branche gemacht habe.

Tatsächlich sind dort eine Reihe von Firmen aus der IT-Branche angesiedelt, die Kooperation mit einer Hochschule wie Fontys ergibt vor diesem Hintergrund gleich doppelt Sinn: Zum einen erhält Lünen einen wichtigen neuen Standort-Faktor, zum anderen haben junge Menschen in der Region die Chance, ihr Studium quasi vor der Haustür zu absolvieren.

Jetzt muss es nur noch klappen mit der Kooperation. Lünen wähnte sich bekanntlich schon einmal in dieser Position, als man im Juli 2018 gemeinsam mit der Stadt Selm verkündete, dass am Lüntec ein gemeinsames Institut der FH Dortmund und einer privaten Hochschule entstehen sollte. Die FH zog sich jedoch aus dem Projekt zurück.

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