Einer der ersten Piloten von Hubschrauber Christoph 8 erinnert sich: „Die Bullen kommen!“

hzRettungsflieger

Dietrich Blank (82) flog als einer der ersten Piloten den Rettungshubschrauber Christoph 8. Eine von vielen Anekdoten aus seiner Lüner Zeit war der Besuch einer Polizeidelegation am Hangar.

Lünen

, 20.08.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 45. Geburtstag von Rettungshubschrauber Christoph 8, der am 31. August mit einem „Tag der offenen Tür“ auf dem Gelände des St.-Marien-Hospitals gefeiert wird, weckt bei Dietrich Blank Erinnerungen. Der heute 82-Jährige steuerte als einer der ersten Piloten „die Schraube“.

Damals war der Hubschrauber noch im Auftrag des Bundesgrenzschutzes unterwegs. Als Beamter mit Pilotenausbildung flog Dietrich Blank auch im Dienst der Grenzüberwachung, oder hatte schon mal Prominenz an Bord. Er brachte Franz-Josef Strauß, Helmut Kohl oder Angela Merkel sicher ans Ziel.

„Wir landeten, wo Platz war“

Dietrich Blank war bei seiner Staffel in Gifhorn stationiert. Wochenweise leistete er in Lünen Dienst. Dann wohnte er bei einer Familie in der Gartenstraße. An der Hubschrauber-Station stand der Crew damals nur ein kleiner Raum zur Verfügung.

Unfälle auf der Autobahn oder im häuslichen Umfeld sowie die Verlegung von Patienten - das Spektrum der Einsätze war seinerzeit nicht anders als heute. „Wir landeten, wo Platz war“, erinnert sich Blank. Auch das hat sich nicht geändert.

Damals war der Hubschrauber noch orange und eine Maschine vom Typ BO 105, heute ist ein Eurocopter 135 im Einsatz.

Information
für vier Millionen Menschen im Einsatz
Das Einsatzgebiet von Christoph 8 ist das nordöstliche Ruhrgebiet mit vier Millionen Einwohnern. Bis 1978 war die Bundeswehr für die Luftrettung zuständig, später die heutige Bundespolizei, im April 2005 übernahm der ADAC. Kernträger ist der Kreis Unna. Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Klinikums Lünen stellt die Notärzte.

Einmal hatte sich die Polizei angekündigt, die den Helikopterstandort hinter dem Krankenhaus besichtigen wollte. „Ich war gerade auf dem Weg zum Hubschrauber und stand auf der Ladefläche, als jemand rief, die Bullen kommen“, schildert Dietrich Blank.

Er habe sich nichts dabei gedacht, bis plötzlich tatsächlich ein Bulle vor ihm gestanden habe. Der sei aus dem Schlachthof geflüchtet und auf das Klinikgelände gelangt. „Da war ich aber ganz schnell auf dem Hubschrauber“, so Blanke. Ein Jäger bannte schließlich die Gefahr.

Kühlturm als Navigationspunkt

Für seinen 500. Flug wurde Dietrich Blank geehrt. Wie oft er letztlich in Lünen abgehoben hat, weiß er nicht mehr. Allerdings hat er noch immer den Kühlturm des inzwischen stillgelegten Steag-Kraftwerks vor Augen, der stets sein Navigationspunkt in Lünen war.

Dietrich Blank hat die Zeit in der Lippestadt in schöner Erinnerung. „Die Zusammenarbeit mit der Crew sowie Feuerwehr und Polizei war sehr vertrauensvoll“, schildert er. Da der Hubschrauber nur von Sonnaufgang bis Sonnenuntergang fliegen konnte, hatte Dietrich Blank in Lünen auch Freizeit. Die nutzte er zum Tennisspielen und pflegt noch heute freundschaftliche Kontakte aus dieser Zeit.

Gerne wäre er zum 45. Geburtstag von Christoph 8 nach Lünen gekommen, doch ein Krankenhausaufenthalt verhindert das.

Geburtstags-Programm

Das ist am Tag der ofenen Tür los

Von 11.30 bis 17.30 Uhr ist am Samstag, 31. August, am Hangar an der Altstadtstraße 23 viel los. Besucher können kostenfrei das Parkhaus des Bauvereins sowie den Parkplatz der Firma Siba (Zufahrt über Ladestraße) nutzen. Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), Technisches Hilfswerk und Polizei sind mit Fahrzeugen, Geräten vertreten. Um 13.30 Uhr und um 15 Uhr zeigen die Retter, wie eingeklemmte Personen aus einem Fahrzeug geborgen werden oder wie professionelle Hilfe bei einem Tauchunfall aussieht. Es gibt Programm für Kinder. Die Feuerwehr bietet Gegrilltes und Getränke, der ADAC ist mit Info-Ständen vertreten. Damit der Rettungshubschrauber einsatzbereit bleibt, ist er ausnahmsweise am Segelflugplatz stationiert. Zum Hangar kommt ein zweiter Hubschrauber, der besichtigt werden kann.
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