Evangelisches Altenzentrum Lünen empfängt von Donnerstag an Besucher

hzCorona-Krise

Am Muttertag blieb das evangelische Altenzentrum für Angehörige der Bewohner geschlossen. Die Heimleitung wollte erst sicherstellen, dass alle Corona-Auflagen erfüllt werden können.

Lünen

, 13.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trotz Muttertag blieb das zum Diakonischen Werk Dortmund/Lünen gehörende evangelische Altenzentrum Lünen an der Bebelstraße 200 am Sonntag (10. Mai) für die Angehörigen der 80 Bewohner geschlossen. Darüber hatte Einrichtungsleiter Dirk Kreimeyer die Betroffenen im Vorfeld schriftlich unterrichtet und gleichzeitig angekündigt, dass Altenzentrum in dieser Woche für Besuche zu öffnen. Inzwischen steht der exakte Termin fest.

Wie Kreimeyer am Montag (11. Mai) im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, sollen die ersten Besuche am Donnerstag (14. Mai) stattfinden. „Wir haben alles geregelt, dass Besuche so sicher wie möglich durchgeführt werden können“, sagte Kreimeyer. Wohlwissend, dass es eine absolute Sicherheit vor dem Coronavirus nicht gibt.

„Sieben Wochen lang ist es alles gut gegangen. In dieser für uns alle schwierigen Zeit haben wir es geschafft, uns keinen Corona-Infekt ins Haus zu holen“, erklärte der Einrichtungsleiter. Mit der Öffnung am Donnerstag steige natürlich das Risiko, dass das Virus trotz aller getroffenen Vorsichtsmaßnahmen den Weg ins Haus finde: „Auch wenn wir für uns sagen können, dass alle Vorgaben erfüllt werden.“

Ähnlich hatte sich der Einrichtungsleiter schon in der vergangenen Woche gegenüber unserer Redaktion geäußert.

Jetzt lesen

„Wir müssen sicherstellen, dass wir die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts mit den personellen Ressourcen erfüllen können, die wir haben.“ Deshalb hatten sich Kreimeyer und sein Team dazu entschieden, dass Altenzentrum erst dann für Besucher zu öffnen, wenn alle Auflagen aus der Corona-Schutzverordnung erfüllt werden können.

„Ich bin für die Bewohner und meine Mitarbeiter verantwortlich. Wir müssen alles tun, damit das Corona-Virus nicht ins Heim eingeschleppt wird“, hatte der Leiter des ev. Altenzentrums gesagt.

Mehrheit verständnisvoll

Dass die Einrichtung am Muttertag geschlossen blieb, sei für das Gros der Angehörigen kein Problem gewesen, sagte Dirk Kreimeyer am Montag: „Ein Angehöriger zeigte sich etwas verschnupft wegen unserer Entscheidung, die Mehrheit zeigte jedoch Verständnis.“

Das von Donnerstag an geltende Besuchskonzept sieht vor, dass nach Terminabsprache vormittags anderthalb Stunden und nachmittags zweieinhalb Stunden Besuchszeit für die Angehörigen vorgehalten werden.

„Bei einer Verweildauer von 30 Minuten pro Besuch kommen wir auf acht Besuchstermine am Tag, auf 56 in der Woche inklusive samstags und sonntags.“ Ob das am Ende reiche, werde man sehen, sagte Kreimeyer weiter. Es gebe aber auch Heimbewohner, die keine Angehörigen mehr haben beziehungsweise zu denen der Kontakt abgebrochen ist.

Besucher-Register

Die Besuche werden zur Nachverfolgung in ein Register eingetragen und finden in einem an das Altenzentrum angeschlossenen Raum statt. Dieser ist für die Bewohner aus der Einrichtung heraus zugänglich, für die Besucher gibt es einen separaten Eingang von außen.

Der Besuchsraum verfügt nur über einen Tisch, versehen mit einer großen Plexiglasscheibe als Schutzwand. Außerdem erhalten die Besucher neben einer Einweisung über die einzuhaltenden Hygienevorschriften bei ihrem Eintreffen eine Atemschutzmaske ausgehändigt, die Hände werden desinfiziert.

„Wir hatten sogar überlegt, ob eine Pflegekraft dem Besuch beiwohnt und darauf achtet, dass sich Besucher und Bewohner nicht etwa in die Arme oder um den Hals fallen“, sagte Kreimeyer. „Dann haben wir uns aber doch aus Gründen der Privatsphäre dagegen entschieden.“

Lesen Sie jetzt