Familie Salomons versuchte vor den Nazis zu fliehen - erfolglos

hzStolpersteine in Lünen

Der Arbeitskreis Lüner Stolpersteine hat die Geschichte der dreiköpfigen Familie Salomons recherchiert. Vater und Mutter wurden im KZ ermordet. Die Tochter starb kurz nach der Befreiung.

Lünen

, 24.04.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Irma Salomons kam 1921 als Tochter des Kaufmanns Paul Friedrich Salomons und seiner Frau Grete, geboren Judenberg, zur Welt. Sie wohnten in der Münsterstraße 101.

Hier war auch der Sitz ihres Geschäftes, indem Manufakturwaren, Weiß-, Woll- Kurzwaren und Tabak verkauft wurde. Wie alle jüdischen Geschäftsinhaber wurde auch Salomons und seine Familie schon seit 1933 von den Nazis mit der Forderung „Kauf nicht bei Juden“ schikaniert.

Flucht in die Niederlande ohne Erfolg

Die Familie flüchtete 1940 in die Niederlande. Allerdings überfiel die Wehrmacht im Mai des Jahres völkerrechtswidrig die Beneluxstaaten. Schnell wurden die Eheleute 1940 im Durchgangslager Westerbork inhaftiert.

Ihre Tochter folgte im Alter von 21 Jahren 1942. Die junge Frau lebte zu diesem Zeitpunkt schon zwei Jahre ohne Kontakt zu ihrer Familie. Bis heute ist ungeklärt, wie sie das geschafft hat.

Am 18. Januar 1944 wurden alle ins Konzentrationslager nach Theresienstadt in die damalige Tschechoslowakei deportiert. Irma kam danach am 18. Mai 1944 ins KZ Auschwitz.

Eltern ermordet, Tochter stirbt an Folgen der Haft

Hierher wurden auch ihre Eltern deportiert und ermordet. Irma wurde von Polen in das rund 900 Kilometer entfernte KZ Bergen-Belsen im Kreis Celle verlegt.

Damit war ihre unmenschliche und abscheuliche Irrfahrt in primitiven Transportmitteln, zusammengepfercht mit anderen NS-Opfern mitten im Krieg, nach über 2300 Kilometer quer durch Europa beendet.

Kurz nach der Befreiung starb Irma Salomons am 25. Mai 1945 an den Folgen der Haft.

Recherchiert und aufgeschrieben haben die Geschichte der Familie Rose Wolfgang Balzer und Katrin Rieckermann, unterstützt von den weiteren Mitgliedern des Arbeitskreises für Lüner Stolpersteine.

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