Feuer in Gahmen: Gutachterin attestiert Angeklagtem verminderte Schuldfähigkeit

Landgericht Dortmund

Im Prozess um die Brandstiftung in einem Wohnhaus in Gahmen attestiert die Gutachterin dem Angeklagten verminderte Schuldfähigkeit. Der Grund dafür ist überraschend.

Gahmen

, 03.10.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Feuer in Gahmen: Gutachterin attestiert Angeklagtem verminderte Schuldfähigkeit

Verteidiger Marco Ostmeyer (re.) gab für den Angeklagten eine Erklärung ab. © Martin von Braunschweig

Der 26-jährige Lüner hatte zu Prozessbeginn erklärt, dass er das Feuer in der Wohnung seiner Ex-Freundin im LSD-Rausch gelegt habe. Der „Trip“ habe er zufällig in der Wohnung gefunden und dann genommen, obwohl er gewusst habe, dass er LSD nicht vertrage. „Ich habe sofort große Hass- und Angstgefühle verspürt“, hatte Verteidiger Marco Ostmeyer im Namen seines Mandanten gesagt.

Der angebliche Drogenrausch führt jedoch nach Ansicht der psychiatrischen Sachverständigen Marianne Miller keineswegs zu einer verminderten Schuldfähigkeit. Auch eine Unterbringung des 26-jährigen Angeklagten in einer geschlossenen Drogen-Entziehungsklinik scheidet nach Ansicht der Gutachterin aus. Die Brandstiftung sei einfach nicht auf den jahrelangen Missbrauch von Rauschmitteln aller Art zurückzuführen.

Die verminderte Schuldfähigkeit führt Miller vielmehr auf eine Persönlichkeitsstörung des Angeklagten zurück. Der 26-Jährige habe seine „Wut über das Verlassensein“ nicht beherrschen können. Deshalb habe er am Tattag zum Feuerzeug gegriffen und das Schlafzimmer seiner Ex-Freundin in Brand gesetzt.

Jetzt lesen

Vor einem möglichen Urteil wollen die Richter nun noch einen der Feuerwehrmänner als Zeugen vernehmen, die an den Löscharbeiten beteiligt waren. Dies soll am 9. Oktober geschehen. Urteil: 29. Oktober

Lesen Sie jetzt