Wie die Feuerwehr Lünen auch bei Sahara-Hitze einen kühlen Kopf behält

Extreme Einsätze

Die Lüner Feuerwehr muss auch bei extremen Temperaturen in Schutzkleidung arbeiten. Um solche Einsätze überstehen zu können, bekommen die Einsatzkräfte deshalb Hilfe vom Rettungsdienst.

Lünen

29.06.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie die Feuerwehr Lünen auch bei Sahara-Hitze einen kühlen Kopf behält

Ausnahmsweise ohne Jacke: Der Einsatz bei extremen Temperaturen und unter Atemschutz verlangt den Lüner Feuerwehrleuten einiges ab. © Feuerwehr Lünen

So mancher klagt in diesen Tagen auf der Arbeit über Hitze wie in der Sahara, wo die Tagesdurchschnittstemperaturen im Sommer 38 Grad erreichen. Glück für den, der im Büro die freie Kleiderwahl hat: Krawatte oder Strumpfhose können bei Hitze schnell zur Qual werden. Die Feuerwehr Lünen hat diese Wahl nicht - Schutzkleidung ist auch bei extremen Temperaturen Pflicht. Der Einsatz wird zum Härtetest - wie zum Beispiel am Mittwoch (26. Juni).

In einer Lüner Schreinerei war ein Schwelbrand in einem Filter ausgebrochen. In einem mit rund drei Kubikmetern Holzspänen gefüllten Filterbehälter fanden die ausgerückten Feuerwehrleute per Wärmebildkamera mehrere Glutnester. „Um die Ausbreitung des Brandes zu verhindern, blieb die Absauganlage abgeschaltet“, heißt es in einer Mitteilung. „Zur Brandbekämpfung war daher Handarbeit gefordert.“ Über eine Revisionsöffnung im Keller mussten die Feuerwehrleute die Späne mit Schaufeln aus der Anlage holen: „Eine Knochenarbeit, schon bei normalen Temperaturen.“ Am Mittwoch waren es draußen 33 Grad.

Gefährlicher Kohlenmonoxid-Anteil

„Die Halle der Schreinerei war schon wegen der Außentemperaturen aufgeheizt und unten im Keller an der Revisionsklappe hatten wir mindestens 42 Grad“, schilderte Einsatzleiter Stephan Dörnbrack. Dazu kam: Der Keller hatte nur ein kleines Fenster und wegen des Brandes stieg der Kohlenmonoxid-Anteil in der Luft gefährlich an. Also arbeiteten die Einsatzkräfte unter Atemschutz. Kein Vergnügen, oder? „Klar ist das eine echte Herausforderung. Aber wir kommen auch mit solchen Einsätzen zurecht“, sagte Dörnbrack.

Um den Feuerwehrleuten die Arbeit bei derartigen Temperaturen zu erleichtern, würden vor allem ausreichend Getränke bereitgestellt. „Außerdem wechseln sich die Kameraden dann so oft es geht ab, um die Einsatzzeiten unter Atemschutz so kurz wie möglich zu halten“. Beim Einsatz in der Schreinerei entschied der Einsatzleiter nach der Gefahrenabschätzung außerdem, dass die im Keller arbeitenden Feuerwehrleute ausnahmsweise auf die dicke Einsatzjacke verzichten konnten.

Dreieinhalb Stunden im Einsatz

Zur Sicherheit der Feuerwehrleute bei derartigen Einsätzen ist der Rettungsdienst von Anfang an mit vor Ort, vor allem, um die Atemschutzgeräteträger während des Einsatzes und danach medizinisch zu überwachen. So auch am Mittwoch an der Schreinerei. 20 Kräfte waren im Einsatz, Zwischenfälle gab es aber keine. Der schweißtreibende Einsatz dauerte dreieinhalb Stunden, dann war der Schwelbrand gelöscht. „Das ist unser Job. Wir sind eben auch bei Sahara-Temperaturen für die Bürger da“, schmunzelte Dörnbrack danach.

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