Freiluft-Kultur 2020 endet mit Lioba Albus im Stadtpark in Lünen

hzKultur in Corona-Zeiten

In der Coronazeit hatte das Kulturbüro Lünen vier Veranstaltugen unter freien Himmel verlegt. Lioba Albus bildete nun den Abschluss der Reihe. Bei ihren Ideen kamen Männer und Frauen nicht gleich gut weg.

Lünen

, 08.09.2020, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mia Mittelkötter hatte am Sonntag bei der letzten Veranstaltung der Lüner Freiluft Kultur zu allem eine Meinung. Sei es das Rentnerdasein, Kontaktanzeigen, Urlaubsreisen, Intimrasur, Schönheitsoperationen oder Wagenrennen. Auch vor der Politik machte sie nicht Halt. Die Späße über Trump würden doch nur von der europäischen Politik ablenken, behauptete sie. Als Maßnahme gegen den Rechten Mob schlug sie vor: „Wer unterirdisch denkt, kann unterirdisch leben“. Das Ruhrgebiet hätte genug unterirdisches Terrain.

Überspizte und schonungslose Ideen

Ihre trockenen, manchmal anzüglichen, überspitzten und schonungslos entlarvenden Ideen teilte sie einem Publikum im Stadtpark gerne mit. Und das bedankte sich am Ende für die erfrischende Unterhaltung und die neu gewonnenen Erkenntnissen mit stehendem Applaus. Lioba Albus schlüpfte am Sonntag nicht nur in ihre Paraderolle, sondern ließ auch Witta, Inhaberin der Pommesbude „Mayo & moore“, sowie Bewerber einer Partnerschaftsbörse zu Worte kommen.

An dem Thema Corona kam auch Mia nicht vorbei. Schweißgeruch von anderen könnte sie wunderbar lindern, indem sie auf die Maske einige Tropfen Kölnisch Wasser gebe. Sie kann zwar gut mit sich allein sein, doch zu Hause würde ja auch noch Ehemann Gustav in seinem Sessel vor sich hin schnarchen. Als frisch gebackener Rentner bringe er ihren Tagesablauf total durcheinander. Schließlich gehört die „Bude“ tagsüber ihr. Soll er sich doch ein Hobby suchen. So wie viele andere, die mit dem E-Bike unterwegs seien. „Die dürfen erst wieder abends nach Hause“. Doch noch schlimmer seien gemeinsame Reisen. „Das kann nur eine Idee von Scheidungsanwälten gewesen sein“, überlegte sie. Denn lang eingespielte Rituale im eigenen Heim würden im Urlaub ausgehebelt.

An der Veranstaltungen im Stadtpark nahmen 100 Personen teil.

An der Veranstaltungen im Stadtpark nahmen 100 Personen teil. © Antje Pflips

Pommesbudenbesitzerin Witta berichtete, wie sie unter der Coronakrise leidet. Das Geld wäre knapp bei den Kunden. Statt früher bei ihr fettig zu essen, gibt es nur noch das Bier. Sie musste dicht machen, anders als ihre Freundin, die einen Kiosk betreibe. Mit ihrem neuen Konzept „Coffee to got und come to go“ mache sie mit dem Verkauf von Bier und Kondomen mit Service im Hinterzimmer ordentlich Gewinn.

Männer kamen nicht so gut weg

In ihrem Programm nicken Frauen verständnisvoll, Männer schmunzeln in sich hinein, weil sie nicht immer so gut dabei weg kommen. Aber Spaß hat es allen gemacht. „Ich finde Lioba Albus toll und sehe sie gerne“, sagte begeistert Beate Soballa, die mit Ehemann Darius gekommen war. Sie fanden die Idee des Kulturbüros sehr gut, Künstler im Freien auftreten zu lassen. Sie wünschten sich allerdings mehr Werbung dafür.

Es war die vierte Veranstaltung der Reihe „Lüner Freiluft Kultur“. „Die Leute haben wirklich Lust gehabt, wieder Kultur zu erleben“, erzählte David Zolda vom Kulturbüro. Begeistert seien auch die Künstler gewesen, die zugesagt hatten. Der Eintritt war jeweils frei. Ab dem 18. September wird es wieder Vorstellungen im Hilpert-Theater geben.

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