Die Minigolfanlage im Lüner Stadtpark muss laut Coronaschutzverordnung geschlossen sein. Dabei ist die Gefahr der Aerosole in geschlossenen Räumen größer. © Storks (A)
Meinung

Freizeit an der frischen Luft: Die Corona-Gefahr lauert eher drinnen

Keine Frage: Es muss alles getan werden, um die Ansteckung mit Corona zu vermeiden. Doch ist Freizeit an der frischen Luft grundsätzlich ein Problem? Unsere Autorin findet das kleinkariert.

Frische Luft ist gesund. Das gilt auch in Corona-Zeiten, doch Einrichtungen für Freizeitaktivitäten – auch im Freien – sind nach der NRW-Coronaschutzverordnung verboten. Rad fahren oder Joggen ist erlaubt, aber wer gerne mal auf der weitläufigen Lüner Minigolfanlage den Ball ins Loch schlagen möchte, hat schlechte Karten: Sie ist geschlossen. Das gilt auch für den Lüner Skaterpark.

Dahinter steckt die Sorge, Menschen könnten sich dort anstecken. Die muss natürlich ernst genommen werden. Bei einer Minigolfanlage, bei der die Bahnen sechs Meter auseinander sind, ist das allerdings schwer nachvollziehbar – sofern die Regeln wie Abstand, Maske und Desinfektion beachtet werden. Da ist Busfahren oder Einkaufen im vollen Supermarkt wohl problematischer.

Das Coronavirus wird durch Aerosole übertragen, kleine Schwebeteilchen in der Luft. Aerosolforscher sagen, eine Gefahr gebe es nicht draußen, sondern ausschließlich drinnen: in den eigenen vier Wänden, Büros oder Klassenräumen. Daher sei es wenig sinnvoll, den Aufenthalt im Freien einzuschränken und die Leute in die Innenräume zu verbannen.

Dort hocken sie ja schon seit Winteranfang. Außenaktivtäten können der Tristesse entgegenwirken. Gute Laune und frische Luft stärken bekanntlich das Immunsystem. Das ist besser als kleinkarierte Regeln, die keiner versteht.

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Redaktion Lünen
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