Fridays for Future und der Lüner Initiative gegen globale Armut (Liga) gehen die Bemühungen zum Klimaschutz in Lünen nicht weit genug. © Foto Oskar Neubauer
Brief an Politik

Fridays for Future und Liga fordern: Lünen bis 2035 klimaneutral machen

Das Klimaziel der Stadt Lünen geht den Organisationen Fridays for Future und Lüner Initiative gegen globale Armut (Liga) nicht weit genug. Sie fordern, dass Lünen bis 2035 klimaneutral wird.

Lünen ist dabei, ein Klimaschutzkonzept zu entwickeln. Eingebunden in die Vorbereitung sind neben Mitgliedern des zuständigen Fachausschusses für Umwelt, Klima und Mobilität auch Vertreter zahlreicher Institutionen und Verbände, darunter die Lüner Initiative gegen globale Armut (Liga) und Fridays for Future (FFF). Letztere haben sich in einem Brief an die Politik gewandt, denn das Klimaziel der Stadt Lünen geht ihnen nicht weit genug.

Der Haupt- und Finanzausschuss hatte sich in seiner Sitzung am 4. März darauf verständigt, den Klimazielen der Bundesregierung zu folgen. Das bedeutet: 55 Prozent CO2-Reduzierung bis 2030 (Zielvariante B). „Über die aus unserer Sicht sehr wichtige Ziel-Vereinbarung fand keine öffentliche Kommunikation statt. Wir sind darüber irritiert“, schreiben Liga und FFF. Zudem heißt es in dem Brief: „Die ,Zielvariante B‘ bleibt hinter den Anforderungen zurück, die die Wissenschaft an die Bundesrepublik stellt, um das 1,5-Gradziel einhalten zu können.“

Rückendeckung von Verfassungsrichtern

Gestärkt hat ihre Position das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 29. April. Das hat das Klimaschutzpaket der Bundesregierung in Teilen für verfassungswidrig erklärt. Es dürfe nicht einer Generation zugestanden werden „unter vergleichsweise milder Reduktionslast große Teile der CO2-Budgets zu verbrauchen, wenn damit zugleich den nachfolgenden Generationen eine radikale Reduktionslast überlassen und deren Leben umfassenden Freiheitseinbußen ausgesetzt würde“, heißt es.

In dem Brief verweisen Liga und FFF auf die in Zusammenarbeit mit der Stadt und einigen Kirchengemeinden gestartete Aktion „Klimafasten“ im Februar. In der Auftaktveranstaltung habe Dr. Susanne Rohs (Scientists for Future) auf wissenschaftliche Studien hingewiesen. „Beeindruckend war die Auflistung der Kipp-Punkte, denen sich die Erde erschreckend schnell nähert. Kipp-Punkte sind Veränderungen unserer Umwelt, die nicht einfach zurückgedreht werden können; wie z.B. der Anstieg des Meeresspiegels oder das Auftauen von Permafrostböden in Kanada und Sibirien“, zitieren Liga und FFF in dem Brief. Nach den Hochrechnungen würden bei einem Anstieg um 1,5 ºC rund eine Milliarde Menschen migrieren müssen und bei einem 2ºC-Anstieg circa 2,7 Milliarden Menschen.

Ziel müsse es sein, die Erwärmung auf 1,5 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen, so Liga und FFF. Sie fordern, dass sich das Lüner Klimaschutzkonzept an einer Klimaneutralität bis 2035 und dem 1,5-Gradziel orientieren.

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Redaktion Lünen
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