Ganz dickes Brett gebohrt

BRAMBAUER Endlich das ersehnte "Endlich". Endlich erkennt die Berufsgenossenschaft die chronische Obstruktive Atemwegserkrankung als Berufskrankheit an.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 29.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Ganz dickes Brett gebohrt

Seine zehnjährige Instanzen-Odyssee ist beendet. Seine Berufskrankheit wurde endlich anerkannt: Hans Reuter.

Zehn Jahre Kampf. Acht Gutachten. Endlich überstanden. Hans Reuter lächelt. Gefühlte Siege sind die schönsten.

Was für eine Nerven-Mühle. Eine ewige Aufreibung.

"Meine Atemwegserkrankung habe ich mir als Kesselreiniger zugezogen. Mit dem Job bin ich 1987 angefangen, nachdem ich mir als Koch schwere Verbrennungen zugezogen hatte, worauf ich den Beruf wechseln musste."

Hans Reuter ist 51. Wer ihm gegenübersitzt, spürt das Fallen der Last. Das Ablegen der Sorgen. Die überwundene Müdigkeit der Resignation, die sich schleichend seiner bemächtigt hatte.

Medikamente übernommen

"Jetzt übernimmt auch die Berufsgenossenschaft die Kosten für meine Medikamente, das sind über 100 Euro im Monat."

Außerdem hat er jetzt Anspruch auf 30 Prozent der Vollrente.

Anwalt Guido Grolle kann sich nicht erinnern, dass ein ähnlicher Fall ähnlich lange geschmort hätte. Über zehn Jahre hat der Kampf gedauert. Grolle: "So etwas ist ganz selten."

1997 hatten sie den ersten Antrag bei bei der Berufsgenossenschaft auf Anerkennung der Berufskrankheit Reuters gestellt.

Abgeschmettert. Erst die Aussage eines früheren Kollegen, R. habe in einem Kraftwerks-Kessel in Ibbenbüren so und so lange, so und so schwer gearbeitet, brachte die Wende.

Gang vor das Sozialgericht

Immer wieder hatte sich der Frührentner mit Hilfe seines Anwalts an das Sozialgericht gewandt. Immer wieder Gutachten erstellen lassen, auch auf eigene Kosten.

"Ich wollte manchmal schon aufgeben, an den Erfolg habe ich kaum noch zu glauben gewagt."

Nach acht Gutachten kam der erlösende Bescheid. Der große Tag. Die ersehnte Post. Anerkannt.

Endlich teilte ihm die Maschinenbau- und Metallberufsgenossenschaft Dortmund mit, worauf Hans Reuter so gehofft hatte.

Einmal durchatmen

Chronische Obstruktive Atemwegserkrankung führt zu ständiger Atemnot. Hans Reuter braucht ein Sauerstoffgerät, um Luft zu kriegen. Einmal durchatmen.

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