Bambus-Schalen bei Stolzenhoff: Hier können Sie in Lünen plastikfrei Food-to-go kaufen

hzMüllberge reduzieren

Bequem das Essen mitnehmen statt selber kochen - ein beliebter Service. Doch was tun Lüner Gastronomen und Verbraucher gegen den Plastik-Müll, der dabei entsteht? Wir haben nachgefragt.

Lünen

, 08.07.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Verpackungs-Wahnsinn soll ein Ende haben. Mitschuld an dem Meer aus Müll haben zum Teil die Verbraucher, denn: Die Zahl der „Essen-Holer“ statt „Essen-Macher“ steigt. Aber auch Gastronomen können an den Müllbergen etwas ändern. Und das tun sie, teilweise.

Melanie Hülsmann ist Mitarbeiterin bei Heimatgeschmack des Caterers und Metzgers Stolzenhoff in der Lüner City. Sie sagt: „Wir bieten seit kurzem Bambus-Besteck und Schalen aus Papier und Bambus.“ Außerdem seien die Pappbecher jetzt ohne die Kunststoffbeschichtung im Inneren.

Stolzenhoff-Kunden sind teilweise wütend

Auch in der dazugehörigen Metzgerei würden seit kurzem keine Plastikbeutel mehr ausgegeben. Das würde bei einigen Kunden allerdings für Unmut sorgen, denn das gekaufte Fleisch und die Wurst fette durch die Papierverpackung durch. Wer möchte, dürfe sich auch Schalen mitbringen.

Im Asia-Imbiss Bambus gibt es keine alternative Verpackung für Essen, das mitgenommen werden kann. Allerdings können auch hier eigene Schalen oder Butterbrotdosen mitgebracht werden. „Aber das nehmen bis jetzt nur zwei Kunden in Anspruch“, erzählt Mitarbeiter Van Thinh Pham.

Gastronomen fürchten Ärger mit Gesundheitsamt

Ein Aspekt, der dringend bei der Nutzung von eigenen Tellern und Schalen beachtet werden soll, ist der der Hygiene. Birgit Nadding-Grieshaber ist Mitarbeiterin in der Schlemmerbar und sagt: „Teller von außerhalb dürfen die Oberflächen der Küche nicht berühren. Aber, wenn jemand kommt und möchte eine Currywurst auf seinen Teller gelegt haben, dann reichen wir sie auch über die Theke, so kommen keine fremden Keime in die Küche.“ Falls sie sich über solche Hygienemaßnahmen hinwegsetzen würde, bekäme sie Ärger mit dem Gesundheitsamt.

Auch in der Fleischerei Lewe ist es möglich, sich seine Lieblingsspeisen auf den eigenen Teller oder in die Butterbrotdose packen zu lassen. Wiederum gilt: Fremdes Geschirr darf nicht über die Theke gehen.

Bambus-Schalen bei Stolzenhoff: Hier können Sie in Lünen plastikfrei Food-to-go kaufen

Die Mitarbeiterinnen der Fleischerei Lewe Alexandra Becker und Petra Hermann Hegenbarth geben Kunden ihr Essen gern auf einen mitgebrachten Teller. © Schulz-Gahmen

Aber: „Ab Herbst wird sich auch bei uns über klimafreundlichere Verpackungen Gedanken gemacht. Dann soll ein anderes Verpackungsmaterial als Plastik gefunden werden“, sagt Mitarbeiterin Alexandra Becker.

Auf die Frage, was die Verbraucher tun, um Müllberge durch geholte Gerichte zu vermeiden, gab die Mehrheit der Befragten in den Lüner Gastronomie-Betrieben an, dass sie so gut wie nie etwas zu essen holen würden.

Das steht klar im Gegensatz zu der Aussage, dass „Food to go“ weiterhin voll im Trend ist. Vielleicht bessert sich die Lage, wenn mehr Läden - wie Stolzenhoff - umweltfreundliche Verpackungen anbieten. Oder die Leute wieder zuhause kochen.

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