Geselligkeit auf dem Nullpunkt: Schützen haben Angst vor der Zukunft

hzSchützenverein Niederaden

Vogelschießen, Königsball, Oktoberfest, Biwak: Für all das ist der Schützenverein Niederaden bekannt. In diesem Jahr gab es nichts davon. Wegen Corona. Dem Vorstand macht das Angst.

Lünen-Niederaden

, 12.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dreh- und Angelpunkt des Schützenwesens ist die Geselligkeit. Doch seit das Coronavirus den Alltag bestimmt, ist beim Schützenverein Niederaden weitestgehend Ruhe eingekehrt: „Es liegt alles lahm“, sagt Geschäftsführerin Karin Einsiedler. Der Schießbetrieb läuft zwar unter strengen Auflagen weiter, aber ein Zusammensitzen danach, das gibt es nicht mehr. Flatterband an der Theke, zur Seite geschobene Tische und Absperrungen erinnern daran, dass nichts mehr so ist, wie es früher einmal war.

Angst vor Verein aus passiven Mitgliedern

„Die Geselligkeit ist auf dem Nullpunkt“, sagt Karin Einsiedler, die am meisten vor einer Sache Angst hat: „Was passiert, wenn es wieder losgeht? Kommt dann überhaupt noch jemand?“, fragt sich die Geschäftsführerin des Vereins, der eigentlich stolz sein müsste, noch 340 Mitglieder zu haben.

Austritte wegen Corona - die gab es bislang nicht. Doch ein Verein, der nur aus Passiven besteht, wird auf Dauer keine Überlebenschance haben - und davor haben Karin Einsiedler und ihre Vorstandskollegen Angst.

„Die Leute haben sich in der Corona-Zeit andere Hobbys gesucht, das Leben hat sich doch total verändert“, weiß Vorsitzender Gerd Garbe. Er selbst bezeichnet sich zwar als Hardcore-Schütze, er und seine Mitstreiter werden weiter machen. „Aber kommen auch die anderen wieder zurück?“, fragt nicht nur er sich. Denn ein weiteres Problem sei der immer größer werdende Altersdurchschnitt der Mitglieder.

Schützenfest 2021 ist ein Lichtblick

Doch einen Lichtblick sehen die Schützen in weiter Ferne - und hoffen, dass die Corona-Pandemie nicht auch einen Strich durch diese Pläne macht: Im kommenden Jahr wären nämlich wieder Schützen- und Kinderschützenfest samt Vogelschießen.

Im relativ geschützten Bereich des überschaubaren Dorfes wieder ein größeres Fest feiern zu können, das könnte das Schützenwesen schnell wieder beleben. Denn die meisten Mitglieder sind der Geselligkeit wegen im Verein - und weil man sich im Dorf noch regelmäßig auf der Straße sieht, halten die Kontakte. Doch die Zeit bis Mai wird schnell vergehen - und ob dann wirklich gefeiert werden kann, das steht noch in den Sternen.

Finanzieller Schaden überschaubar

Zumindest in finanzieller Hinsicht hält sich die Hängepartie beim Schützenverein Niederaden in Grenzen: „Weil wir ja auch keine großen Ausgaben haben“, erklärt die Geschäftsführerin. Die Eigentümerfamilie des Schießstands stellt die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung, lediglich die laufenden Kosten muss der Verein tragen. „Wir sind so glücklich, dass das so geht“, sagen die Vorstandsmitglieder mit Inbrunst, denn sie wissen, dass es andere Vereine mit laufenden Kosten gibt, die derzeit richtige Probleme haben.

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