Gewalt gegen Frauen: Alle Fraktionen fordern ein Frauenhaus in Lünen

Gemeinsamer Antrag

Es ist ein besonderer Antrag, der mitten in der Corona-Krise die Stadtverwaltung erreicht: Alle Fraktionen des Stadtrates fordern darin die Einrichtung eines Frauenhauses in Lünen.

Lünen

, 24.04.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Lünen gibt es kein Frauenhaus - das wollen alle Fraktionen im Stadtrat nun ändern.

In Lünen gibt es kein Frauenhaus - das wollen alle Fraktionen im Stadtrat nun ändern. © picture alliance/dpa

Nach zwei Jahren hatte das Frauenforum im Kreis Unna die Beratungsstelle für Mädchen und Frauen in Lünen 2019 geschlossen, weil keine Fördergelder mehr vorhanden waren. Seitdem haben Frauen in Not nur die Chance, sich direkt an das Frauenforum in Unna zu wenden. Die damalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lünen Gabriele Schiek kritisierte: „Dass es hier in Lünen nicht mal eine Außenstelle gibt, ist für die Größe der Stadt schlicht nicht angemessen.“

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Das haben nun auch die Fraktionen im Stadtrat erkannt und fordern gemeinsam die Verwaltung auf, „dem Kreis gegenüber den Bedarf zur Bereitstellung zusätzlicher Schutzplätze für Frauen in Lünen (Frauenhaus) zu erklären, gemeinsam ein Konzept zu entwickeln und entsprechende Fördermittel zu beantragen“.

173 Fälle in Lünen für 2018 - Dunkelziffer liegt viel höher

Im Jahr 2018 hatte die Lüner Beratungsstelle nach Angaben der Fraktionen 173 Fälle von Gewalt gegen Frauen registriert. Die Dunkelziffer, so sind sich alle Experten einig, liegt deutlich höher, entsprechend sehen die Politiker hier erheblichen Bedarf.

Gleichzeitig sollen wieder eine Beratungsstelle für Frauen und Mädchen in Lünen eingerichtet und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der derzeitigen Situation wohnungsloser Frauen ergriffen werden. Das Geld dazu soll aus einem Förderprogramm des NRW-Bauministeriums fließen.

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