Glück im Unglück

LÜNEN „Im Vergleich zu meinen Kollegen im Sauerland sind wir hier in Cappenberg glimpflich davon gekommen“, stellt Andreas Heibert, Forstleiter in Diensten des Grafen von Kanitz und für dessen Wälder zuständig, fest. Rund 1000 Hektar Wald umfasst der Forst um das Schloss Cappenberg, auf die Städte Lünen, Selm und Werne verteilt. Auf seinem stürmischen Weg dadurch legte der Orkan Kyrill vor einem Jahr rund 3000 Festmeter Holz flach.

von Von Günther Goldstein

, 17.01.2008, 12:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Da das Unwetter mitten in der Einschlagzeit kam“, berichtet der Forstfachmann, „war der Schaden eher gering, denn wir konnten ihn dem geplanten Einschlag anpassen.

Nach Kyrill war eine Aufarbeitung nicht möglich

Außerdem wurden viele erntereife Bäume mit Ballen umgeblasen, so dass diese Bäume nicht ganz abgestorben waren und bis zum jetzt laufenden Einschlag liegen bleiben konnten. Dazu war es nach Kyrill so nass, dass eine Aufarbeitung gar nicht möglich war. Und es bestand die Gefahr, dass diese Menge an Holz nicht am Markt unterzubringen war“.

Diese wertvollen Holzbestände, in der Hauptsache Buchen, werden jetzt von dem Forstbetrieb Andreas Büsker aus dem Kreis Borken geborgen und aufgearbeitet. Einen Käufer gibt es auch schon: Sie werden nach China exportiert. Dort gibt es einen gewaltigen Boom für Möbel aus hellem Holz. Und die Chinesen zahlen so gute Preise, dass einheimische Interessenten nicht mithalten können.

Obwohl Kyrill mit seiner ungeheuren Kraft rund 90 Prozent seiner Opfer samt Ballen umgeworfen hatte, gab es aber auch viele „Baum-Totalschäden“, die nur noch als Kaminholz gebraucht werden konnten.

Noch heute liegen Stämme auf seinem Gelände

Das übernimmt seit vielen Jahren Ralf Wildeboer mit seinem Betrieb am Cappenberger Damm. Rund vier Wochen hat er damals dafür gebraucht, an Straßen und im Kohuesholz aufzuräumen. Noch heute liegen die letzten Stämme auf seinem Gelände und warten auf den Spalter, der sie in 30 Zentimeter lange Holzscheite kamingerecht zerlegt. Rund 800 Tonnen sind in dem vergangenen Jahr nach Kyrill dabei zusammen gekommen.

 

 

 

Lesen Sie jetzt