Grippe-Impfung in Lünen stark nachgefragt: Impfstoff kaum noch lieferbar

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Mehr Menschen als sonst wollen sich gegen Grippe impfen lassen. Sie möchten vermeiden, in der Corona-Zeit doppelt zu erkranken. In einigen Praxen oder Apotheken in Lünen ist Grippe-Impfstoff knapp.

Lünen

, 14.10.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Täglich bekommt Apotheker Dagobert Ullrich Anrufe von Ärzten. Einmal sogar am Sonntag zuhause. Die Frage ist immer die gleiche: Ob er noch Grippe-Impfstoff besorgen könne. Das sei schon schwer, sagt der Sprecher der Lüner Apotheker. Er habe noch Vorrat, weil er deutlich mehr vorbestellt hatte. Denn die Entwicklung war abzusehen. Seit der 1. Oktoberwoche werde „unglaublich viel geimpft“, stellt Ullrich fest.

Dass in der Zeiten von Corona die Grippeschutzimpfung besonders gefragt ist, erlebt auch Dr. Michael Funke, Vorsitzender des Lüner Ärztevereins. 1400 Impfungen habe die Gemeinschaftspraxis bestellt, 1000 seien schon verimpft worden. „Die Patienten kommen von selbst“, stellt er fest. Viele seien sensibilisiert.

Impfung hält sechs Monate

Momentan sei der richtige Zeitpunkt für die Grippeschutz-Impfung. Der Körper brauche 14 Tage, um genügend Antikörper aufzubauen. Die Impfung biete 70-prozentigen Schutz und reiche ein halbes Jahr. Jedem über 60, chronisch Kranken oder Menschen, die viel Kontakt zu anderen haben, rät Funke zum kleinen Pieks. Ziel sei es, möglichst viele Menschen gegen Grippe zu impfen, damit nicht zu der Corona-Pandemie noch eine Grippe-Epedemie komme. Es gehe um Eigenschutz, aber auch um Allgemeinschutz. „Je mehr gegen Grippe geimpft sind, desto weniger kann sich das Grippevirus verbreiten“, so Funke. 150 Impfpatienten hab er noch auf der Warteliste. Und weil der Impfstoff knapp werde, hätten sogar schon Patienten aus anderen Praxen nachgefragt.

Mehr bestellt als letztes Jahr

Mit 700 bestellten Impfdosen, 200 mehr als im vergangenen Jahr, hat sich auch Bernd Scharfenkamp, Chefapotheker des Katholischen Klinikum Lünen/Werne eingedeckt. Schon im Februar/März habe man bestellen müssen, die Kalkulation sei nicht einfach gewesen. Ein Shutdown stand zu befürchten. Wie im vergangenen Jahr, habe Scharfenkamp noch eine Zusatz-Reserve von weiteren 200 Impfdosen in der Hinterhand. Sein Kontingent sei vor allem für die Mitarbeiter bestimmt, die sich ab dem 12. Oktober kostenlos im Klinikum impfen lassen können. Patienten würden nur bei einer medizinischen Indikation geimpft.

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Die erste Charge der Impfproduktion sei bereits verbraucht, Mitte November komme die nächste. Mit 26 Millionen Impfdosen bundesweit liege die Produktion schon um 30 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Das nächste Problem: Die neue Charge müsse noch zugelassen werden. Wer sich nicht ausreichend bevorratet hat, komme jetzt kaum noch an Impfstoff. Er müsse dann fünf Wochen warten. „Wie groß die nächste Charge ist, kann ich nicht sagen“, deutet Ullrich eine weitere Unsicherheit an.

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