Große Mehrheit laut Umfrage zufrieden im Homeoffice

Corona-Krise

Seit Wochen sitzen viele Menschen im Homeoffice. Laut einer Umfrage waren viele Anfang April damit zufrieden. Reibungsloses Arbeiten in Jogginghose also? Nun, nicht für alle.

Lünen, St Augustin

, 12.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Arbeiten im Homeoffice bietet viele Möglichkeiten. Aber wie zufrieden sind die Menschen damit in der Corona-Krise. Schließlich ist das Homeoffice für viele keine Option mehr, sondern zur Pflicht geworden.

Das Arbeiten im Homeoffice bietet viele Möglichkeiten. Aber wie zufrieden sind die Menschen damit in der Corona-Krise. Schließlich ist das Homeoffice für viele keine Option mehr, sondern zur Pflicht geworden. © picture alliance/dpa

Es in der Corona-Krise zu einem der Worte des Jahres überhaupt geworden: „Homeoffice“. Das Arbeiten von zu Hause aus dürfte in den vergangenen zwei Monaten, ohne schon hier mit vielen Zahlen um sich zu werfen, zu dem Trend der Büro-Arbeitswelt geworden sein.

Was auf den ersten Blick nach einem entspannten Arbeitsalltag mit Jogginghose, längerem Ausschlafen und erspartem Pendeln zum Arbeitsplatz klingt, eröffnet auf den zweiten Blick eine ganz neue Palette von Alltagsproblemen.

Man ist gefühlt nun wirklich 24/7 zu erreichen, die Kinder haben (spätestens nach zwei Wochen) nur wenig Verständnis für Papas Video-Konferenzen und die Technik hat ihre Tücken.

Umfrage und Studie zum Homeoffice

Aber was lässt sich nüchtern und wissenschaftlich zum Erfolg oder Misserfolg des Homeoffice sagen? Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) mit Sitz in St. Augustin will das erforschen und hat deshalb seit dem 1. April (nein, kein Scherz) ) eine Umfrage gestartet. 1260 Personen haben daran bis zum 7. Mai teilgenommen. Die Umfrage läuft in der Zwischenzeit weiter. Teilnehmen kann man online über www.fit4homeoffice.de.

Erste Ergebnisse veröffentlicht

Auch veröffentlicht das FIT die ersten Ergebnisse aus dem Zeitraum vom 1. bis 7. April mit knapp 500 ausgewerteten Fragebogen. Daraus leiten die Forscher vorläufig folgende sechs Erkenntnisse ab:

  • Über 80 Prozent der Befragten sind zufrieden im Homeoffice – 79 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer. Und das obwohl sozialer und professioneller Austausch, Unterstützung sowie Verbundenheit im Team als eher schlecht bewertet werden.

  • Ein besonders deutlicher Zusammenhang bei der Zufriedenheit zeigt sich laut Umfrage mit der Aufrechterhaltung täglicher Arbeitsroutinen, sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

  • Eine gute technische Ausstattung, regelmäßige Team-Meetings, eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben und geeignete Räumlichkeiten tragen zur Aufrechterhaltung täglicher Arbeitsroutinen (im Team und individuell) bei. Der Arbeitgeber hat hier die Schlüsselrolle bei der Gewährleistung der guten Funktionalität technischer Hilfsmittel inne.

  • Laut Umfrage gilt: viel hilft nicht viel. Zu viele verschiedene technische Medien erschweren die Kommunikation untereinander. Zudem können virtuelle Lösungen das Menschliche nicht ersetzen. Die fehlende physische Nähe im Homeoffice beeinträchtigt tägliche Arbeitsroutinen. Insgesamt werde im Homeoffice deutlich weniger miteinander kommuniziert.

  • Die eigene Produktivität im Homeoffice wird insgesamt als etwas höher eingeschätzt. Knapp 40 Prozent der Befragten fühlen sich bedeutsam produktiver, knapp 15 Prozent schätzen ihre Produktivität sogar als wesentlich höher ein. Dagegen führt die Einschätzung der Produktivität im Team zu geteilten Meinungen. Während die Hälfte der Teilnehmenden die Produktivität als gleich hoch betrachtet, verteilt sich die andere Hälfte auf höhere und niedrigere Einschätzungen (jeweils etwa 25 Prozent). Ausschlaggebend für diese Unterschiede scheinen auf Basis der vorliegenden Daten die Erreichbarkeit der Kollegen sowie die technische Ausstattung zu sein. Dazu kommen das Geschlecht und das Vorhandensein von Kindern unter 12 Jahren.

  • Befinden sich Kinder unter 12 Jahren im Haushalt, sind laut Umfrage ein Viertel der im Homeoffice Beschäftigten unzufrieden mit ihrer Arbeitssituation. Im Gegensatz dazu sagen dies nur 15 Prozent der Personen ohne Kinder unter 12 Jahren.
Teilnehmer

So setzen sich die Teilnehmer der Umfrage zusammen

  • Die Teilnehmenden sind laut FIT überwiegend in den Branchen:
  • Forschung und Entwicklung (48 Prozent)
  • IT, Telekommunikation und Medien (27 Prozent)
  • Dienstleistungsbranche (6 Prozent)
  • Produzierendes / Verarbeitendes Gewerbe (4 Prozent)
  • Finanzen und Versicherung (4 Prozent)
  • Erziehung und Unterricht (4 Prozent)
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