Gymnasium Altlünen: Schüler wollen mit „Woche gegen Rechts“ wachrütteln

hzAktionswoche

Ein Workshop für mehr Demokratie, Aktionen in den Pausen und eine interaktive Ausstellung - Schüler des Altlüner Gymnasiums wollen wachrütteln. Mit einer „Woche gegen Rechts“.

Nordlünen

, 05.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine ganze Schulwoche „gegen Rechts“ wird es am Gymnasium Altlünen geben. Vom 23. bis 27. März gibt es eine besondere Ausstellung, Aktionen und Workshops. Vorbereitet wird das Ganze von den Arbeitsgemeinschaften „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“. Davon gibt es mittlerweile zwei: Eine für die Oberstufe, eine für die Unter- und Mittelstufe. Hier sind vor allem Schüler der Klasse 6c aktiv.

Schon im vergangenen Jahr hatten sich die älteren AG-Mitglieder mit dem Thema „Judenverfolgung und Nationalsozialismus“ eine Woche lang beschäftigt. Mit Sprüchen, die die anderen Schüler am Montagmorgen an den Eingangstüren empfingen, wollten die Organisatoren wachrütteln. Weil das so gut funktionierte, wird es diese Aktion auch in diesem Jahr wieder geben.

Stammtisch-Sprüche und rechte Wahlprogramme

Mit durchaus provozierenden Sprüchen vom rechten Rand - über die nachgedacht werden soll. „Wir werden sie mit einem Hashtag versehen, um deutlich zu machen, dass es nicht unsere Aussagen sind“, so Lehrerin Cennet Caki. Neben Stammtisch-Sprüchen wie „Ich bin kein Rassist, aber...“, oder „die Flüchtlinge nehmen uns die Arbeit weg“ werden die Schüler auch Auszüge aus dem Wahlprogramm „gewisser in der Öffentlichkeit stehender Personen“ an die Eingänge kleben.

In der Aula wird eine Ausstellung gegen Rechtsextremismus aufgebaut, um die sich der Sowi-Kurs der Q2 kümmert. „Wir wollen auch Ansprechpartner dort haben, wenn Fragen auftauchen“, so Schülerin Lea (17), die schon länger in der AG aktiv ist.

Teilnahme an den Workshops ist freiwillig

Wie die Schilder an den Eingangstüren wird es auch Durchsagen geben, um auf die Aktionen aufmerksam zu machen. Auch das lief im vergangenen Jahr schon erfolgreich. „Jeder soll mitbekommen, was in dieser Woche in der Schule passiert,“ sagt Lorina (17). Für die Älteren gibt es an zwei Tagen einen Workshop gegen Rassismus und Rechtsextremismus, finanziert von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Wer teilnehmen will, muss sich anmelden. „Es ist wichtig, dass die Teilnehmer auch wirklich interessiert sind. Deshalb läuft das auf freiwilliger Basis“, so Cennet Caki.

Ihre Kollegin Juliane Schlienz, die seit längerem die AG leitet, freut sich, dass mittlerweile auch viele jüngere Schüler Interesse an der AG haben.

Für die Jahrgangsstufen 5 bis 7 und 8 bis 9 findet am 23. März ein Workshop unter dem Titel „Mehr als eine Demokratie“ statt. Gefördert vom Programm „Betzavta“ (zu deutsch Miteinander).

Die Jüngeren haben aber noch mehr vor. „In den Pausen stellen wir Boxen auf, in die jeder Schüler Zettel stecken soll, auf dem er etwas Nettes über einen Mitschüler geschrieben hat“, erklärt Maja (11).

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