Thorsten Kausch, Geschäftsführer der Hamburger Stadtmanufaktur, und Projektassistentin Sophie May vor dem leerstehenden Ladenlokal in einem der Neubauten an der Münsterstraße in Höhe des Tobiasparks. © Storks
Stadtentwicklung

Hamburger Stadtmanufaktur: Es geht nicht nur um Leerstände in Lünen

Mit der Beseitigung von Leerständen in der Lüner City und in Brambauer ist es so eine Sache. Bei allen potenziellen Erfolgen rechnet die Hamburger Stadtmanufaktur im Herbst mit Rückschlägen.

Ende April kündigte die Lüner Verwaltung an, mit einem vom Land NRW geförderten Programm den stationären Einzelhandel in der Lüner City und in Brambauer stärken und dazu auch Leerstände beseitigen zu wollen.

Mit der Umsetzung des Projektes beauftragte die Lüner Stadtentwicklung die auf Stadtmarketing spezialisierte Hamburger „Stadtmanufaktur“.

„Wir haben uns gleich an die Arbeit gemacht uns schon mit ganz vielen Entscheidungsträgern diverser Institutionen und vor allen Dingen mit Immobilieneigentümern gesprochen.“ Das sagte Thorsten Kausch, Geschäftsführer der Stadtmanufaktur, Mittwoch (18.) am Rande eines weiteren Vorort-Termins im Gespräch mit unserer Redaktion. Begleitet wurde Kausch von Projektassistentin Sophie May.

Erfolgsmeldung im Gepäck

Neben einem vollen Terminkalender für den Tag hatten die beiden auch eine erste Erfolgsmeldung im Gepäck. Danach wir es von September an einen Leerstand in der Lüner City weniger geben.

In die verwaiste Christliche Bücherstube an der Münsterstraße soll im September eine Künstlergruppe aus Nordkirchen einziehen.
In die verwaiste Christliche Bücherstube an der Münsterstraße soll im September eine Künstlergruppe aus Nordkirchen einziehen. © Storks © Storks

„Wenn alles weiter nach Plan läuft, und davon gehen wir aus, dann zieht in die leerstehende ‚Christliche Bücherstube‘ im September eine Künstlergruppe aus Nordkirchen ein.“ Das Ladenlokal befindet sich in der Immobilie „Hotel an der Persiluhr“ an der Münsterstraße im nördlichen Teil der Lüner City.

Schmuck und Bilder im Angebot

Laut Kauch will die Künstlergruppe dort unter anderem Bilder und Schmuck verkaufen. Noch wichtiger sei es der Gruppe jedoch, bei begrenztem finanziellen Risiko auszuprobieren, ob langfristig „der Sprung in die Lüner City“ von Nordkirchen aus gelingen kann.

Wie berichtet, sollen Leerstände wie folgt beseitigt werden:

Die Stadt Lünen mietet Ladenlokale unter normalem Mietpreis (60 bis 70 Prozent der Kaltmiete) an und vermietet diese dann an Interessierte aus den Bereichen Handel, Dienstleistungen, Gastronomie, Kultur und Bildung weiter.

Auf der Suche nach Mietern

Aufgabe der Stadtmanufaktur ist es, Eigentümer von dem Vorhaben zu überzeugen, Gespräche mit Mietinteressenten zu führen, initiativ geeignete Mieter anzusprechen und beide Seiten zusammenzubringen.

„Wir rennen bei den Hauseigentümern offene Türen ein“, sagte Sophie May, wobei es nicht immer so einfach sei, an die auch heranzukommen – Stichwort Datenschutz.

Noch keine Erfolgsmeldung gibt es für Brambauer. Dort gibt es etwa 10 Leerstände, schwerpunktmäßig an der Waltroper Straße und an der Straße Königsheide. In der City sind es ein paar Leerstände weniger, zu finden an der Münsterstraße und entlang der Cappenberger Straße.

Trübe Aussichten

Bei aller Zuversicht, den einen oder anderen vorhandenen Leerstand noch beseitigen zu können, steht für die Hamburger Marketing-Experten aber auch fest, dass im dritten und vierten Quartal dieses Jahres weitere Leerstände coronabedingt dazukommen werden. „Dann laufen nämlich viele Förderungen aus“, sagte Thomas Kausch.

Gleichzeitig stellte der Geschäftsführer der Hamburger Stadtmanufaktur klar, dass die „kurzfristige Beseitigung von Leerständen nicht unsere Hauptaufgabe ist“. Vielmehr gehe es darum, der Verwaltung im ersten Halbjahr kommenden Jahres ein Konzept, eine Arbeitsstruktur auf den Tisch zu legen, womit die Lüner Innenstadt und Brambauer langfristig überlebensfähig gemacht werden für den immer härter werdenden interkommunalen Wettbewerb um Besucher und Verbraucher.

Dazu sei es dringend nötig, dass alle Akteure zusammenarbeiten, sagt Thomas Kausch: „Dazu braucht es die Wirtschaftsförderung, den City-Ring und alle Händler und Dienstleister, die ihm nicht unbedingt angeschlossen sind, die Hauseigentümer, verschiedene Abteilungen der Verwaltung.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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