Hauskauf in Lünen: Land vergibt günstige Darlehen in der Corona-Krise

Baufinanzierung

Trotz Corona-Krise steigen die Immobilienpreise. Parallel gibt es nun auch mehr Wohnraumförderung durch das Land NRW. Das Geld ist allerdings an Bedingungen geknüpft - und schnell weg.

Lünen

, 16.04.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, muss derzeit tief in die Tasche greifen - das Land NRW will deshalb junge Familien mit günstigen Darlehen unterstützen.

Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, muss derzeit tief in die Tasche greifen - das Land NRW will deshalb junge Familien mit günstigen Darlehen unterstützen. © picture alliance/dpa

Eine vierköpfige Familie, die sich in Lünen ein Haus zulegen möchte, kann auf ein vergünstigtes Darlehen in Höhe von bis zu 134.300 Euro hoffen. „Das sind 14.300 Euro mehr als bisher, gefördert werden neue wie gebrauchte Häuser und Wohnungen“, wird Gebietsleiter Michael Bach in einer Mitteilung der Bausparkasse LBS zitiert.

Die Immobilienpreise in Nordrhein-Westfalen sind sehr unterschiedlich - allein in Lünen kann der Stadtteil schon mehrere tausend Euro ausmachen. Das Land NRW hat deshalb die Kommunen in vier „Kostenkategorien“ eingestuft.

Lünen gehört zur zweithöchsten Kategorie, weshalb hier eine Grundförderung von 100.300 Euro pro Familie möglich ist. Pro Kind gibt es 17.000 Euro zusätzlich, wer einen Neubau barrierearm gestaltet, kriegt nochmal 10.000 Euro gefördert.

Konditionen für 25 Jahre

Die Förderung bezieht sich dabei auf die Zinsen: „Die Landesmittel werden als Darlehen zu 1 Prozent Zinsen, inklusive Verwaltungsgebühr, und 2 Prozent Tilgung ausgegeben“, erläutert LBS-Sprecher Dr. Christian Schröder auf Anfrage. „Die Konditionen sind für die ersten 25 Jahre fest, Sondertilgungen sind jederzeit möglich.“

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Wobei Schröder einräumt, dass die Zinsen für Baufinanzierer derzeit „in der Tat sensationell günstig“ sind. Der Korridor bewege sich bei den Sparkassen aktuell zwischen 0,85 und 1,35 Prozent für 15 Jahre, bei einem Beleihungswert von 80 Prozent. „Die Öffentlichen Mittel haben aber primär das Ziel, auch geringer Verdienenden den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen, deren Finanzierung sich meist aus vielen Bausteinen zusammensetzt“, so Schröder. „Deshalb sind obige Hypothekenkonditionen wegen kleinerer Summen und gewünschter geringerer monatlicher Belastung oft höher.“

Hilfen für junge Familien

Das Land NRW hat die Obergrenze des Familieneinkommens, mit dem die Förderung in Anspruch genommen werden kann, auf 54.400 Euro brutto festgesetzt. Außerdem muss eine Familie 15 Prozent Eigenkapital einbringen. Die LBS rechnet mit einem Beispiel von 350.000 Euro, was nach Angaben der Bausparkasse dem durchschnittlichen Preis für ein gebrauchtes Haus in Lünen entspricht. Hinzu kämen rund 53.000 Euro Nebenkosten für Grunderwerbssteuer und Notar, was ein Eigenkapital von 60.000 Euro erforderlich machen würde, um die Förderung zu bekommen.

Auf die Frage, wie eine Familie mit maximal 54.400 Euro brutto im Jahr das überhaupt stemmen soll, erklärt Christian Schröder, dass junge Familien ohne diese Hilfen einen Bau nur mit erheblicher Eigenleistung schaffen würden: „Der Gesamttopf wurde von der Landesregierung erhöht, das lässt auf die Ausschöpfung in den vergangenen Jahren schließen.“ Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Einbindung aller Fördermöglichkeiten wie öffentliche Mittel, Baukindergeld oder Wohn-Riester in eine Gesamtfinanzierung „komplex aber lohnenswert ist“.

Warten bis nach der Krise

Daran ändere auf die aktuelle Corona-Krise nichts - im Gegenteil: „Gerade Corona zeigt den hohen Wert der selbst genutzten Immobilie ebenso wie den Aspekt der Altersvorsorge oder des mietfreien Wohnens“, sagt Christian Schröder. Die Lage bei den Immobilienpreisen im Ruhrgebiet sieht nach Meinung der LBS wesentlich entspannter aus als in anderen deutschen Großstädten.

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Während gerade dort die Preise durch hohe Grundstückswerte und unterschiedliche Investoren-Interessen geprägt sind, gestalten sich die Werte für selbst genutzte „Brot-und-Butter-Immobilien“ nach Einschätzung der Bausparkasse moderater. Daran ändert auch die Krise nichts, wie LBS-Nordwest-Geschäftsführer Roland Hustert sagt: „Ein Immobiliengeschäft, das derzeit wegen Corona nicht zustande kommt, wird nach Ende der Krise nachgeholt.“

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