Hertie: "Jeder Dritte muss gehen"

LÜNEN Der von der Warenhauskette Hertie angekündigte Personalabbau trifft auch das Lüner Kaufhaus. 12 bis 13 Vollzeitstellen sollen ab Januar im Verkauf gestrichen werden.

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 23.11.2007, 17:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei Hertie in Lünen werden 12 Vollzeitstellen gestrichen.

Bei Hertie in Lünen werden 12 Vollzeitstellen gestrichen.

 „Jeder Dritte muss gehen“, sagt Betriebsratsvorsitzender Werner Söchting mit Blick auf Teilzeitkräfte. „13 Stellen können auch 18 Köpfe sein“. Die 57 Mitarbeiter sind sehr verunsichert, beschreibt er die momentane Stimmung im Haus. Denn fluktuationsbedingt können diese Personalkürzungen nicht mehr aufgefangen werden.

Noch kein Sozialplan

 „Das bedeutet Kündigungen“, sagt Söchting, oder eben freiwilliges Ausscheiden von Kollegen. Auch wenn es derzeit noch keinen Sozialplan gibt, ist ihm klar, wen es trifft: „Das sind die Jüngeren“. Am Mittwoch erfuhr der Gesamtbetriebsrat von den Plänen der Unternehmensleitung, am Donnerstag informierte Söchting seine Lüner Kollegen.

Insgesamt 502 Stellen auf der Streichliste

Alle 74 Hertie-Häuser sind betroffen, insgesamt stehen 502 Stellen auf der Streichliste des kommenden Jahres. „Das ist heftig.“ Söchting ärgert, dass direkt nach Auslaufen des Sanierungstarifvertrages Ende Dezember 2007 bereits ab Januar 2008 der ersonalabbau beginnen soll.

Managementfehler

Dabei hätten die Beschäftigten doch schon vor drei Jahren ihren Beitrag geleistet und in allen Häusern 5 Mio. Euro eingespart. „Manage-mentfehler gehen zu Lasten der Mitarbeiter.“ Keiner stelle sich die Frage, wie es im Hertiehaus weitergehe. An der Bewirtschaftung ändere sich nichts. Die Belegschaft müsse im neuen Jahr mit etwa einem Drittel weniger Personal auskommen. Da werde der Kunde wohl nur noch einen Mitarbeiter an der Kasse finden, vermutet Söchting. Das Weihnachtsgeschäft jedenfalls soll noch mitgenommen werden, danach werden Stellen gestrichen. 

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