Hohe Nachfrage, niedrige Zinsen: Darum ist der Hauskauf so schwierig

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Noch nie war es so günstig, sich Geld von der Bank zu leihen. Die historisch niedrigen Zinsen sorgen für eine steigende Nachfrage zum Beispiel auf dem Immobilienmarkt. Das birgt Gefahren.

Lünen

, 10.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer ein Haus in Lünen kaufen möchte, muss eigentlich nur „Hauskauf Lünen“ bei Google eingeben - und bekommt sofort diverse Immobilienportale mit vielen Angeboten angezeigt.

Da ist für jeden was dabei: Die Architektenvilla in Nordlünen für eine Million Euro, ein Reihenmittelhaus in Wethmar für 236.000 Euro, die Naturperle am Waldrand von Alstedde für 549.000 Euro oder ein Anwesen in Beckinghausen für 759.000 Euro.

Kurzum: Der Quadratmeter in Lünen ist teuer, was vor allem Familien feststellen müssen. Allerdings ist es auch noch nie so günstig gewesen, sich Geld von der Bank zu leihen.

Zinsen so niedrig wie nie

„Die Finanzierungszinsen befinden sich weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau“, heißt es von der Sparkasse an der Lippe. Und auch von der Volksbank Lünen heißt es: „Derzeit sind die Zinsen so günstig wie nie und

da lohnt es sich schon, sich mit dem Thema Hauskauf zu beschäftigen.“

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Beide Kreditinstitute betonen, dass die steigende Nachfrage nicht dazu führe, dass auch die Finanzierung teurer wird. „Der Geldmarkt ist losgelöst vom Immobilienmarkt zu sehen“, sagt dazu die Volksbank Lünen. Die große Nachfrage und der knappe Wohnraum sorgten dafür, dass die Preise steigen. Die Zinsen blieben jedoch auf dem aktuell niedrigen Niveau.

Denn die Banken können sich wiederum das Geld quasi zum Nulltarif von der Europäischen Zentralbank (EZB) leihen und müssen deshalb kaum Kosten an die Kreditnehmer weitergeben. Es entsteht vielmehr ein neuer Konkurrenzkampf zwischen den Geldhäusern, wer mit noch günstigeren Konditionen am Ende das Rennen um den Kunden macht - und trotzdem noch etwas dabei verdient.

Zinsen lange festschreiben lassen

Hier liegt am Ende die Gefahr für den Verbraucher: Wer jetzt zu günstigen Konditionen einen Kreditvertrag abschließt, muss berücksichtigen, dass dieses Zinsniveau in der Zukunft nicht mehr zu halten sein wird.

Sollte beispielsweise die EZB entscheiden, den Leitzins zu erhöhen - und damit auch wieder mehr Geld von den Banken zu verlangen, die sich bei ihr Geld leihen - würde dies auch zu steigenden Zinsen bei den Krediten führen. Wenn also die Zinsbindung nach zehn Jahren bei einem Kreditvertrag ausläuft, droht Kunden ein teurer Nachschlag.

Eine Möglichkeit, sich dagegen abzusichern, ist eine langfristige Festschreibung des Zinssatzes. „Möglich sind hier bis zu 30 Jahre. Das garantiert Planungssicherheit“, empfiehlt die Volksbank. Damit würde der Kunde zwar aktuell höhere Zinsen in Kauf nehmen, als der Markt vielleicht gerade hergibt - er wüsste aber auch, dass er diesen Zinssatz auch in 20 Jahren noch zahlt, wenn die tatsächlichen Zinssätze wieder deutlich darüber liegen könnten.

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