Holtgrevenstraße: Ratsausschüsse mit verschiedenem Votum sorgen für skurriles Ergebnis

hzAusschüsse uneins

Die Parkplätze an der Nordseite der Holtgrevenstraße sollen weg - damit die Bäume überleben. Und der marode Bürgersteig soll neu gemacht werden. So der Plan. Aber nun kommt es anders.

Lünen

, 29.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erstens kommt es anders, zweitens, als man denkt: An diese Redensart wird sich der ein oder andere am Donnerstag (28.11.) im Ratssaal erinnert haben: Zum zweiten Mal standen die Pläne der Verwaltung für die Holtgrevenstraße auf der Tagesordnung eines Ratsausschusses - nach dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt dieses Mal nun am Donnerstag im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung.

Beide Gremien sind thematisch zuständig. Aber sie sind sich ganz offensichtlich nicht einig. Denn: Während die Mitglieder des Stadtentwicklungs-Ausschusses am 29. Oktober zustimmten (elf Ja-Stimmen, neun Nein-Stimmen) verweigerten die Mitglieder des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung ihre Zustimmung zur Verwaltungsvorlage: Die Abstimmung endete 10:10, mit „Ja“ stimmten SPD und Grüne, dagegen CDU, GFL, Piraten/Freie Wähler und FDP. Damit war die entsprechende Vorlage der Verwaltung abgelehnt. Die GFL scheiterte mit dem gleichen Abstimmungergebnis mit ihrem Antrag, auf die im Zuge der Gehwegerneuerung geplante Auskofferung des Bodens zu verzichten, weil dies das Wurzelwerk beschädige.

Beschlüsse mit skurril anmutenden Folgen

Das unterschiedliche Votum der beiden Ausschüsse hat Folgen, die ein wenig skurril anmuten. Arnold Reker, Techniker Beigeordneter, blickte dann am Ende des Tagesordnungspunktes ein wenig konsterniert in die Runde, als er feststellte: „Dann werden wir jetzt das Parken hier unterbinden und der Gehweg bleibt dann, wie er ist.“ Erst Schweigen und dann Gemurmel im Rund des Ratssaals, denn die Konsequenz dieser Beschlusslage kann eigentlichen niemanden zufriedenstellen, den einen ist es zuviel an Maßnahme, den anderen zu wenig. Und: Wenn der Gehweg bleibt, wie er ist, dann bleibt er in einem kläglichen Zustand.

Holtgrevenstraße: Ratsausschüsse mit verschiedenem Votum sorgen für skurriles Ergebnis

Der Zustand des Bürgersteigs ist erbärmlich. © Linnhoff

Die vorhandenen Schäden an der Plattierung werden nach Einschätzung der Experten in der Stadtverwaltung vor allem durch den Druck auf die Wurzeln ausgelöst, die die bislang hier parkenden Fahrzeuge auslösen. Es geht um insgesamt 22 Stellplätze auf der Nordseite der Straße (auf der Seite der Kirche). Thomas Herkert (Stadtgrün) für die Stadt: „Das, was den Bäumen wehtut, das ist der Parkverkehr, der macht die Bäume langfristig kaputt.“

Das immerhin wird nach der aktuellen Beschlusslage dann nun bald aufhören, und damit weitere Schäden an Bäumen und Bürgersteig verhindern, aber sicher nicht die vorhandenen beseitigen.

Ursprünglich hatte die Verwaltung Folgendes vor: Den südlichen Gehweg zwischen Leezenpatt und Spormeckerplatz sowie den nördlichen Gehweg zwischen Lange Straße und Spormeckerplatz auf einer Breite von 1,50 Meter von Grund auf zu erneuern.

Redakteurin Britta Linnhoff kommentiert

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