Ihren Weg gemacht

NaturFreunde feiern ihr 80-jähriges Bestehen / Blühende Geschichte. . .aber morgen?

24.05.2007, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihren Weg gemacht

<p>Macher-Trio der 80 Jahre alt gewordenen NaturFreunde: Vorsitzende Rosemarie Mattis, Kassierer Gunter Leimann (l.) und Schriftführer und 2. Heimwart Norbert Krato. Goldstein</p>

«Was wohl?» rutschen die Züge der Vorsitzenden in ein Breitwandlächeln. Weitermachen natürlich, weiterwandern», sagt Rosemarie Mattis. Westpark Brambauer. Gegenüber der Klinik. Im grünen Sessel der Natur. Da, wo die Vögel Gratiskonzerte geben. Wo die NaturFreunde ihr Vereinsheim haben. Ein immobiles Schätzchen mit Raritäten-Historie: «Unser Vereinsheim war 1947 das erste NaturFreunde-Haus in der Bundesrepublik, das nach dem Krieg gebaut wurde», sagt Rosemarie Mattis. Ihre Augen sagen: «Was sagen Sie nun? Schmökern wir ein wenig in der Chronik: Die erste deutsche Ortsgruppe der Naturfreunde-Bewegung (damals noch mit kleinem «f») wurde 1905 in München gegründet. Am 19. Januar 1927 schlossen sich die Arbeiter in Brambauer zu einer Ortsgruppe zusammen.» Politisch war man immer rot eingekleidet. Sozialdemokrat musste man sein. Oder Gewerkschafter. Erledigt. Vorbei. Heute tummeln sich auch Christdemokraten im Kreis der naturverliebten Wanderschar. Brambauers NaturFreunde lassen zum Festakt am 2. Juni um 17 Uhr im Bürgerhaus die Fahnen eines stolzen Selbstvertrauens klirren. Grund ist da. Warum? Weil ein ehemaliger Minister und praktizierender NaturFreund, Wolfram Kuschke, die Laudatio hält. Die Brambauer NaturFreunde haben ca. 65 Mitglieder. «Wenn Sie mich fragen, ob es uns in dieser Form noch in 20 Jahren geben wird, würde ich nein sagen». Vorsitzende Rosemarie Mattis hat ihr Lächeln eingestellt. «Die jungen Leute heutzutage», zahlt Kassierer Gunter Leimann mit ehrlicher Münze «sind für das organisierte Wandern im Verein nicht mehr zu haben. Mal eine Wanderung mitmachen, schön, aber nicht als Mitglied.» Rosemarie Mattis muss dazu einen los werden: Also, rein in die Anekdote. Raus aus der Gegenwart. Zurück in die Romantik:. «Die schönsten Wanderungen waren immer die im Sauerland. Mit dem Rucksack los und fertig.» Und heute? «Und heute», knarzt Schriftführer Norbert Krato, «wird sich ins Auto gesetzt und unterwegs in einem Lokal eingekehrt.» 80 Jahre NaturFreunde. Solange unterwegs sein, heißt, viel gesehen, von Altem Abschied und Neues in Angriff genommen zu haben. «Aber jetzt», sagte Rosemarie Mattis, «freuen wir uns erstmal auf das Jubiliäum.» Der Kassierer und der Schriftführer nicken. Die Vögel singen. Der Verkehr von der Brechtener Straße hustet vorbei. Alles wie immer auf dem Weg der NaturFreunde vom jungen Dachs zum alten Hasen. k

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