Immer weniger Wohnungseinbrüche in Lünen - aber Vorsicht ist trotzdem geboten

Tipps der Polizei

Gute Nachricht aus dem Dortmunder Polizeipräsidium - in Lünen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im ersten Halbjahr deutlich zurück gegangen. Leichtsinnig sollte man dennoch nicht sein.

Lünen

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Immer weniger Wohnungseinbrüche in Lünen - aber Vorsicht ist trotzdem geboten

Die Einbruchspuren sind hier deutlich erkennbar. Immer noch 65 Einbrüche gab es im ersten Halbjahr 2019, so wie diesen im Lüner Süden. © Magdalene Quiring-Lategahn

Zwischen Januar und Juni 2018 verzeichnete die Polizei noch 149 Wohnungseinbrüche in Lünen. In diesem Jahr sank die Zahl auf nur noch 65 im ersten Halbjahr.

Die Zahl der Einbrüche - auch in Dortmund - schwankte in den vergangenen Jahren. Im ersten Halbjahr 2012 wurden in Lünen 159 Wohnungseinbrüche registriert.

Niedrigster Stand seit 2012

Im gleichen Zeitraum 2013 stieg die Zahl dann auf 190, 2014 waren es dann 219 und ein Jahr später 207. 2016 stieg die Zahl sogar auf 228. Danach ging sie kontinuierlich zurück.

In diesem Jahr sind die Zahlen der Wohnungseinbrüche in Lünen und Dortmund auf den niedrigsten Stand seit 2012 gesunken. „Das ist kein Grund, das Thema Einbruchsschutz zu vernachlässigen,“ sagt Indra Naskar, sicherheitstechnischer Fachberater der Polizei Dortmund.

Mehrfamilienhäuser betroffen

Denn aktuell werden der Polizei Wohnungseinbrüche wiederholt in Mehrfamilienhäusern in Lünen, der Dortmunder Innenstadt und weiteren Dortmunder Stadtteilen gemeldet.

Auffällig sei, laut Polizei-Pressestelle, dass weiterhin viele Einbruchsversuche scheitern. 2012 waren es in Lünen und Dortmund insgesamt 39,5 Prozent und im Juni diesen Jahres 47,9 Prozent.

„Zahlen sind immer noch zu hoch“

Das liegt daran, dass viele Bürger ihre Türen und Fenster bereits gut gesichert haben, meint Indra Naskar. Aber daran müsse man weiter arbeiten. Denn, so Naskar, „die Zahlen sind aus unserer Sicht immer noch zu hoch.“

Wie man Einbrechern das Leben schwer machen kann

Einbrecher haben keine Sommerferien und deshalb gibt der Fachberater gerade für die warme Jahreszeit Tipps, wie man Einbrechern das Leben schwer machen kann:

  • Beim Sichern der Wohnung oder eines Hauses gilt: Mechanik vor Elektronik. Zuerst geht es darum, den Täter nicht in die eigenen vier Wände gelangen zu lassen. Je mehr Zeit vergeht, desto höher ist sein Entdeckungsrisiko.
  • Elektronik kann Schutz an Türen und Fenstern unterstützen. Dazu gehören Bewegungsmelder und damit gekoppelte starke Lichtquellen, Videotechnik und Einbruchmeldeanlagen.
  • „Eine gute Nachbarschaft ist Gold wert“, sagt Indra Naskar. Die sehr intuitiv arbeitenden Einbrecher spüren schnell, dass aufmerksame Nachbarn das Risiko, entdeckt zu werden, erhöhen. Einbrecher achten dabei auf Kleinigkeiten.
  • Das Haus oder die Wohnung sollen bei längerer Abwesenheit bewohnt wirken. Gute Nachbarn oder andere Vertraute sollten die Rollläden hoch- und runterziehen. Eine automatische Zeitsteuerung kann elektrisch angetriebene Rollläden bedienen. Smart-Home-Technik ermöglicht eine Fernsteuerung auch aus dem Urlaubsort.
  • Überquellende Briefkästen signalisieren den Tätern, dass in dem Haus oder in der Wohnung niemand zuhause ist. Also gilt: Gute Nachbarn oder andere Vertraute leeren täglich den Briefkasten.
  • Täter bemerken eine urlaubsbedingte Abwesenheit in der Regel nicht, wenn zumindest zeitweise ein Fahrzeug in der Einfahrt steht.
  • In den Abendstunden signalisiert eingeschaltetes Licht den Tätern eine Anwesenheit. Das Licht sollte einen von der Straße aus erkennbaren Wohnraum gut ausleuchten. Dämmerlicht oder schwaches Flurlicht erzeugen diesen Effekt nicht.
  • Anwohner, die eine unbekannte und verdächtige Person im Umfeld erkennen, sollten sofort den Notruf 110 wählen. „Damit ein Streifenteam der Polizei die verdächtige Person aus dem Auto heraus sofort erkennen kann, sind Informationen über Bekleidung, Größe, Statur und Geschlecht der Personen sehr wichtig“, erklärt Indra Naskar.
  • Einbrecher arbeiten sehr schnell. In den meisten Fällen verlassen sie die Wohnung nach nur wenigen Minuten. Häufig gehen sie zielstrebig ins Schlafzimmer: In rund 70 von 100 Fällen erbeuten sie dort Bargeld und Schmuck.
Das Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz berät die Bürgerinnen und Bürger aus Lünen und Dortmund auch in persönlichen Gesprächen kostenlos und neutral. Kontakt: Tel. (0231) 132 79 50.
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