Der Andrang auf das Impfmobil des Kreises Unna ist groß. Bis die zweite Impfstraße aufmachte, warteten die Leute bis zu einer halben Stunde auf ihre Impfung. © Gerstenmaier
Corona-Impfung

Impfen leicht gemacht: Viele Lüner wollen den Piks auf dem Parkplatz

Ins Impfzentrum in Unna kamen nur noch wenige. Auf dem Rewe-Parkplatz an der Viktoriastraße hingegen standen die Lüner Schlange. Sie alle wollten die Spritze gegen Corona. Schnell und einfach.

Der Andrang auf die Impfungen ist am Donnerstag (15.7.) riesig. Das Impfzentrum des Kreises Unna ist mobil und parkt vor dem Rewe an der Viktoriastraße. Schon eine Stunde vor Beginn der Corona-Impfungen hatte sich eine lange Schlange Impfwilliger gebildet.

Für Carl Grundmann (62) ist es die erste Impfung. Aus der Zeitung und von einem Kollegen hat er von der Aktion erfahren. „Für mich war es schwierig, nach Unna zu kommen“, sagt er. „Aber mit Corona soll man nicht spaßen, deswegen bin ich hier.“ „Jutta Behm (60) hatte bisher gezögert: „Ich wollte es mit Tests probieren“, sagt sie. Als ihr eine Bekannte aber von dem mobilen Impfen erzählte, sei sie, die gleich gegenüber wohnt, kurzentschlossen hergekommen.“

Annena Labedzki hat den empfohlenen Abstand zu ihrer ersten Impfung eingehalten. Weil der Hausarzt für die 62-Jährige urlaubsbedingt erst in vier Wochen einen Termin hat und sie mit ihrem Mann in den Urlaub fahren möchte, kommt ihr das Impfmobil sehr gelegen. „Ich finde es toll, was hier gemacht wird und das so ganz unbürokratisch“, sagt Ehemann Richard Lebedzki.

Die beiden Schwestern Saskia und Anastasia Müller (23 und 21 Jahre alt) hatten erst einmal etwas über das Infektionsgeschehen und auch den Verlauf der Nebenwirkungen wissen wollen. Jetzt, „wo es so einfach ist“, wie Saskia sagt, hatten sie sich doch entschieden.

Hin zu den Menschenmengen

Um 13.30 Uhr sind schon 70 Dosen des Corona-Impfstoffs Biontec verimpft, berichtet die pharmazeutisch-technische Assistentin Eda Kelis. 24 Dosen hatten die Mitarbeiter aus Unna am Morgen mitgebracht – die waren schnell aufgebraucht. Aber Nachschub gibt es unbegrenzt. „Wir sind sehr zufrieden und haben gar nicht erwartet, dass so viele kommen“, sagt Boris Heit, einer der ärztlichen Leiter des Impfzentrums. „Wir wollen da hin gehen, wo die Menschenmenge ist.“

Karl Grundmann (62) wird von Annika Reibetanz im Impfmobil zum ersten Mal geimpft. Kadri Dadikhi (r.) dokumentiert. Den langen Weg nach Unna hatte Grundmann nicht auf sich nehmen wollen.
Karl Grundmann (62) wird von Annika Reibetanz im Impfmobil zum ersten Mal geimpft. Kadri Dadikhi (r.) dokumentiert. Den langen Weg nach Unna hatte Grundmann nicht auf sich nehmen wollen. © Gerstenmaier © Gerstenmaier

Im Impfzentrum in Unna war die Zahl der Impfwilligen stark zurück gegangen: „Unsere Kapazitäten sind bei weitem nicht ausgeschöpft worden“, berichtet Heit. „Deswegen haben wir uns entschieden die Hürde zu senken und zu den Leuten zu kommen. Denn je mehr wir impfen, desto näher kommen wir ja an die Herdenimmunität.“

Dass diese Strategie aufgeht, zeigt sich in der Viktoriastraße. Gegen 14.30 Uhr ist der Andrang so groß – die Wartezeit liegt bei einer halben Stunde – dass ein dritter Arzt geordert und eine zweite Impfstraße geöffnet wird. Und die Hürde ist nicht nur von der Lokalität her denkbar niedrig; auch das Prozedere ist einfach: Herkommen, registrieren, geimpft werden, eine viertel Stunde im Ruhezelt warten und falls es die Erstimpfung war, den Termin für die zweite mitnehmen. Dann kann man wieder gehen. Ohne Termin, ihre Voranmeldung.

Geimpft wurde am Donnerstag auch in der Umweltwerkstatt, Zum Gewerbepark 9, in Lünen-Gahmen. Am Freitag, 16. Juli, steht das Impfmobil ein weiteres Mal vor dem Rewe an der Viktoriastraße 3a. Es ist geplant für die Zweitimpfung am 12. August erneut in der Viktoriastraße zu stehen. Weil das Impfmobil so gut angenommen wurde, wird nun von Seiten des Kreises darüber hinaus über weitere Termine beraten.

Über die Autorin
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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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