Impfpflicht bei Masern: Ohne ausgefülltes Formular kein Zutritt mehr zu städtischen Kitas

Impfung

Ab dem 1. März, gilt die Masern-Impfpflicht, wenn man Kita und Schule besucht oder dort arbeitet. Im Gegensatz zur Kreisverwaltung, hat sich die Stadt schon eine Regelung überlegt.

von Kristina Gerstenmaier

Lünen

, 24.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wenn zum 1. März 2020 das Gesetz zur Impfpflicht gegen Masern in Kraft tritt, bedeutet das für Kindertagesstätten mehr Aufwand. Experten und Träger rechnen aber nicht mit einem großen Aufschrei.

Wenn zum 1. März 2020 das Gesetz zur Impfpflicht gegen Masern in Kraft tritt, bedeutet das für Kindertagesstätten mehr Aufwand. Experten und Träger rechnen aber nicht mit einem großen Aufschrei. © epd

Ab dem 1. März müssen Bildungseinrichtungen sicher stellen, dass die Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter gegen Masern geimpft sind. So der Beschluss des Bundestages vom vergangenen November. „Diese Infektionskrankheit gefährdet vor allem diejenigen, die sich selber nicht schützen können: unsere Kinder“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Laut Gesetz müssen alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die Masern-Impfung vorweisen, ebenso Mitarbeiter, wie Lehrer und Erzieher. Der Nachweis sei gegenüber der Leitung der Einrichtungen zu erbringen.

Bisher keine einheitliche Regelung

Wie genau, das ist bisher nicht formuliert. Nur dass ein Nachweis vorgelegt werden muss, damit ein Betreuungsvertrag überhaupt zustande kommt.

Die Stadt Lünen als Träger der zehn städtischen Kitas hat sich folgende Handhabe überlegt: „Um eine einheitliche Linie zu haben, regeln wir das Vorgehen zentral“, kündigt Stadtsprecher Benedikt Spangardt an.

„Wir werden das bei den städtischen Kitas so lösen, dass es einen Vordruck geben wird, auf dem ein Arzt die Impfungen bescheinigen kann. Mit Absicht werden wir nicht das Vorlegen von Impfbüchern verlangen.“ Damit will die Stadt Missverständnissen entgegenwirken: Abkürzungen auf Impfaufklebern oder krakelige Ärzteschrift in den Impfbüchern wolle man den Kitaleitungen nicht zumuten.

Bei Kindern, die am 1. März noch unter zwölf Monaten alt sind, wird im Vertrag stehen, dass sie bis zum 15. Lebensmonat den Nachweis brauchen. Kinder, die schon in der Kita sind, haben bis August 2021 Zeit, die Impfung nachzuweisen. So sieht es das Gesetz vor. Wird dem nicht nachgekommen, droht in beiden Fällen die Kündigung des Betreuungsvertrages, so Spangardt. „Die Hoffnung bei uns ist natürlich, dass irgendwann zentral eine Lösung für die Bescheinigung gefunden wird.“

Unna wartet noch

Die Schulen hingegen werden selbst zuständig sein, warten aber noch auf Informationen zur Durchführung von höherer Stelle, also der Schulaufsicht, die für Grundschulen beim Kreis Unna, für weiterführende Schulen bei der Bezirksregierung Arnsberg liegt.

„Wir warten darauf, dass das Land eine Empfehlung ausspricht“, sagt Max Rolke, Sprecher der Kreisverwaltung Unna. „Noch haben wir keine konkreten Infos.“ Ohnehin seien Masern aber im Kreis Unna kein Thema. „Seit 2013 gab es neun Fälle, 95 Prozent sind durchgeimpft“, sagt Rolke. „Immer schon“ müssten Kinder bei der Schuleingangsuntersuchung ihr Impfbuch vorlegen. Wenn Masern nicht drinstehen, wird eine Empfehlung ausgesprochen.

Lesen Sie jetzt