Infekt-Sprechstunden am Samstag: Ärzte aus Lünen und Selm sind dabei

hzKassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe

Es wird kälter. Erkältung und Grippe häufen sich, Corona kommt dazu. Daher soll es jetzt an Samstagen zusätzliche Infekt-Sprechstunden geben. Ärzte in Lünen und Selm beteiligen sich daran.

Lünen, Selm

, 09.10.2020, 10:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als „besondere Herausforderung für niedergelassene Ärzte und Patienten“ sieht die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) die bevorstehenden Herbst-und Wintermonate. Durch Erkältung und Grippe sei mit mehr Patienten zu rechnen, hinzu kommt die Corona-Pandemie. Um die steigende Zahl von Patienten zu entzerren, hat die KVWL zusätzliche Sprechstunden an Samstagen von 9 bis 13 Uhr ins Gespräch gebracht.

Drei Ärzte in Lünen und einer Selm haben sich gemeldet und sind für den Monat Oktober eingeteilt. Den Anfang macht der Selmer Arzt Rainer Hagemann, Sandforter Weg 9. Er ist am Samstag, 10. Oktober, für Patienten da. Es folgt am 17. Oktober Dr. Stephan Wismann, Böcklinstraße 6, in Lünen. Am 24. Oktober öffnet Dr. Joachim Triebold, Preußenstraße 95, in Lünen-Horstmar seine Praxis. Am Samstag, 31. Oktober, behandelt Dr. Nurettin Alma an der Kurt-Schumacher-Straße 12 in Lünen Patienten.

Nur nach telefonischer Anmeldung

Nach telefonischer Anmeldung können sich Patienten mit klassischen Infekt-Symptomen wie Husten, Schnupfen, Fieber oder Atembeschwerden telefonisch in der diensthabenden Arztpraxis melden. Die KVWL nennt auf ihrer Webseite unter www.kvwl.de/coronavirus oder telefonisch über den Patientenservice unter der Telefonnummer 116117, an welchen Samstagen welche Praxen in der gesamten Region geöffnet haben.

Rainer Hagemann (48) aus Selm kann nicht abschätzen, wie viele Patienten am Samstag (10.10.) überhaupt zu ihm kommen. „Es ist die Chance, mich zum ersten Mal ausschließlich um Infekt- oder Corona-Patienten kümmern zu können“, sagt er. Sonst laufe der übliche Praxisbetrieb ja zusätzlich. Dr. Stephan Wismann (36) ist einer von drei Lüner Ärzten, die im Oktober an einem Samstag die Praxis öffnen. „Es gibt viel zu tun“, sagt er. Er sieht die zusätzliche Sprechstunde auch als Solidarität gegenüber Kollegen und Patienten. Die Infekt-Sprechstunde entlaste den ärztlichen Bereitschaftsdienst in der Notdienstpraxis.

Auch die KVWL erklärt in ihrer Mitteilung, dass mit dem Zusatzangebot an Samstagen der ärztliche Bereitschaftsdienst am Wochenende unterstützt werden solle.

Keine Wiedereröffnung des Covid-Zentrums

Desweiteren hatte die KVWL eine personelle Verstärkung in der Notdienstpraxis am St.-Marien-Hospital (Altstadtstraße) angekündigt. Aktuell gebe es dazu aber noch keine Informationen, teilt eine KVWL-Sprecherin auf Anfrage der Redaktion mit. Sie erklärte auch, eine Wiedereröffnung des Corona-Behandlungszentrums am St.-Marien-Hospital seitens der KVWL sei aktuell nicht geplant. Der Fokus liege im Moment darauf, die Versorgung der Patienten mit Corona und Verdachtsfälle in den Praxen der niedergelassenen Ärzte zu stärken.

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Dr. Berthold Lenfers, Leiter des Covid-Koordinationsstabes am Katholischen Klinikum Lünen/Werne, hatte in einem Interview erklärt: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir irgendwann wieder eine Anlaufstelle benötigen, wie wir das im Frühjahr hatten. Das war direkt neben dem Krankenhaus, das hat sehr gut funktioniert.“ Menschen mit Beschwerden hätten nach kurzer Terminvereinbarung über den Hausarzt dorthin gehen und sich untersuchen lassen können. Sie hätten damit die Arztpraxen und die Notfallambulanzen in den Krankenhäusern erheblich entlastet. „Man muss versuchen, diese Menschen, die ja auch ein Risiko für ihre Mitmenschen darstellen können, möglichst gebündelt zu versorgen“, so Lenfers.

Dass die Situation in Westfalen-Lippe genau beobachtet werde, macht KVWL-Vorstand Thomas Müller in der KVWL-Mitteilung deutlich: „Sollte es nötig werden, sind wir auch kurzfristig in der Lage, weitere ergänzende Maßnahmen zu ergreifen, um die Vertragsärzte in der Region bei der Versorgung von Corona-Verdachtsfällen zu unterstützen“.

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