Innovatherm: Genehmigungs-Entwurf für neue Anlage ist auf dem Weg

hzKlärschlamm-Anlage

Innovatherm ist spezialisiert auf die Verbrennung von Klärschlamm. Mit Hilfe einer neuen Anlage soll das künftig noch effektiver geschehen. Und das ist der Stand der Dinge.

Lünen

, 14.07.2020, 13:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Genehmigungsverfahren für den von der Lüner Innovatherm GmbH geplanten Bau einer Trocknungsanlage für Klärschlamm auf dem Firmengelände an der Frydagstraße befindet sich auf der Zielgeraden:

Wie eine Sprecherin der Bezirksregierung am Montag (13. Juli) im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, werde Ende der Sommerferien (11. August, Anm. der Red.) die Entscheidung zum Bau der Anlage feststehen: „Dann wird es eine öffentliche Bekanntmachung geben.“ Zum Inhalt der Entscheidung machte die Sprecherin keine Angaben.

Innovatherm-Geschäftsführer Falko Lehrmann erklärte derweil am Dienstag (14.), dass sämtliche Einwendungen gegen den Bau der Anlage in den vergangenen Monaten abgearbeitet worden seien.

Inzwischen gebe es einen Genehmigungsentwurf der Bezirksregierung, „den wir uns in dieser Woche noch abholen werden“, sagte Lehrmann weiter. Dieser Entwurf werde von Anfang August an in Arnsberg, im Technischen Rathaus Lünen und im Waltroper Rathaus offengelegt. Der Termin der Offenlegung werde zeitnah kommuniziert.

Wie von unserer Redaktion berichtet, fand im Dezember 2019 ein Erörterungstermnin aller Beteiligten im Lüntec-Technologiezentrum statt. Dabei ging es um die Genehmigung gemäß des Immissions-Schutzgesetzes.

84 Einwendungen standen zur Debatte, wobei der größte Teil, wie es damals in Arnsberg hieß, inhaltlich identisch gewesen sei.

So hatte die Siedlergemeinschaft Kelmbach seinerzeit die Verdopplung der Lkw-Fahrten von 50 auf über 90 pro Woche kritisiert. Was aus Sicht der Gemeinschaft dazu führen wird, dass sich die Feinstaubwerte an der Frydagstraße verschlechtern.

Früheren Angaben zufolge liegt das Investitionsvolumen zwischen 20 und 25 Millionen Euro. Mit dieser Millioneninvestition will sich Innovatherm fit für die Zukunft machen. Wobei der Bau der geplanten Trocknungsanlage nicht von ungefähr kommt, wie Falko Lehrmann Ende 2018 gegenüber unserer Redaktion erklärt hatte:

„Die neue Klärschlammverordnung schreibt bis auf wenige Ausnahmen ab 2029 die Rückgewinnung des in den kommunalen Klärschlämmen enthaltenen Phosphors zwingend vor. Darauf wollen wir uns vorbereiten.“ Um diese Rückgewinnung so wirtschaftlich wie möglich durchführen zu können, sei eine Verdünnung der Klärschlammasche mit anderen phosphorarmen Aschen möglichst zu vermeiden.

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Im Klartext: Mit der Trocknungsanlage soll dem Klärschlamm künftig so viel Wasser wie möglich entzogen werden, um damit den Heizwert zu erhöhen - ohne Zugabe von zum Beispiel Heizöl oder Kohle, wie das bislang passiert. Am Ende des gesamten Prozesses soll dann deutlich mehr Phosphor zur Wiederverwertung zur Verfügung stehen - Stichwort Kreislaufwirtschaft.

Innovatherm-Geschäftsführer Falko Lehrmann geht davon aus, dass der Startschuss zum Bau der Anlage im Jahr 2021 fallen wird, die Anlage 2022 fertiggestellt sein könnte.

Für Innovatherm, den - nach eigenen Angaben - Betreiber von Deutschlands größter Klärschlamm-Verbrennungsanlage mit einem Jahresumsatz von 12 bis 14 Millionen Euro arbeiten 36 Menschen. Mit der neuen Anlage sollen nach früheren Angaben weitere 8 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Gearbeitet wird bei Innovatherm rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, im Vier-Schicht-Betrieb. Mit Ausnahme von vier Wochen, in denen die Anlage komplett überholt wird. Pro Jahr verwertet oder beseitigt das Unternehmen rund 250.000 Tonnen Klärschlamm für kommunale und industrielle Kunden. Dazu zählt auch die Kläranlage Lünen-Sesekemündung.

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