Meinung

Jetzt Abitur zu machen hat wirklich gar keinen Reiz

Wenn nach langem Lernen keine große Party in Aussicht ist und Reisen unmöglich sind, sorgt das für Frust. Dann möchte keiner gerade jetzt einen Lebensabschnitt abschließen, meint unsere Autorin.
Feiern bis zum Umfallen ist in diesem Jahr nicht drin. © picture alliance / dpa

Ich möchte bestimmt nicht zynisch klingen. Aber ich würde wirklich nicht tauschen wollen: Mit Abiturienten, die ihre Jugend und den Lebensabschnitt, den sie bald erreichen, nicht so feiern können, wie es ihnen gebührt.

„AB In die Freiheit“, lautete damals unser Abi-Motto. Das sagt alles. Abschluss-Fahrt und Abi-Ball gehörten einfach mit dazu. Danach reiste ich eine Weile: Work and Travel. Anschließend ging es zum Studium in eine unbekannte Stadt, die es zu entdecken galt. Natürlich ist mir klar, dass ich großes Glück hatte. Nicht jeder hat diese Möglichkeiten.

Dass einem weiteren kompletten Jahrgang diese Möglichkeiten genommen oder zumindest sehr erschwert werden, ist wirklich hart. Sich vor dem Studium, der Ausbildung, der späteren Familiengründung mal richtig auszutoben, gehört doch auch zum Erwachsenwerden dazu. Wie sollen die jungen Erwachsenen später sesshaft werden, wenn sie sich vorher nicht richtig ausleben konnten? Wie neue große und schwierige Herausforderungen in Angriff nehmen, wenn sie sich nicht belohnen, auf nichts hinfiebern können?

Vielleicht sehe ich das zu schwarz-weiß, aber auch bei ihnen fehlt dann etwas. Bis zum Abschluss dieses Jahrgangs wird Corona nicht besiegt sein. Umso wichtiger ist, die Pandemie schnell in den Griff zu bekommen, damit auch der Spaß am Leben wieder möglich wird.

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