Kämmerer schlagen Alarm: Kreisumlage soll im kommenden Jahr deutlich steigen

Abgabe an den Kreis

Der Kreis Unna braucht 2020 nach eigenen Angaben mehr Geld. Das will er sich über die Kreisumlage von den Kommunen holen. Die kündigen Widerstand an - so auch Lünen.

Lünen

, 07.09.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kämmerer schlagen Alarm: Kreisumlage soll im kommenden Jahr deutlich steigen

Lünens Kämmerer Uwe Quitter (v.l.) will dem Stadtrat den Entwurf des Haushaltsplans für 2020 in der Ratssitzung am 26. September vorstellen. © Storks

Bei Geld hört vielfach die Freundschaft auf - das gilt auch für das Verhältnis des Kreises Unna und der ihm angehörigen zehn Kommunen. Zumindest immer dann, wenn es um die Kreisumlage geht. Und die soll im kommenden Jahr deutlich steigen.

Wie aus einer Pressemitteilung des Kreises von Anfang September zu den Eckdaten des Kreishaushalts 2020 hervorgeht, sollen die Kommunen im kommenden Haushaltsjahr „nach jetziger Planung 265,5 Millionen Euro in die Kreiskasse zahlen“. Das wären rund 11,6 Millionen Euro mehr als im laufenden Haushaltsjahr.

Bei der Kreisumlage handelt es sich um Geld, dass die angehörigen Kommunen dem Kreis zur Erledigung ihm übertragener Aufgaben überweisen müssen. Dazu zählen etwa Investitionen in die Bildungs- und Verkehrsinfrastruktur.

Arbeitskreis der Kämmerer trifft Kreisdirektor

Die Ankündigung des Kreises, in Person von Kreisdirektor und Kämmerer Mike-Sebastian Janke, ruft den Arbeitskreis der Kämmerer unter Leitung von Lünens Zahlmeister Uwe Quitter auf den Plan.

Wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt am Freitag (6.9.) im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, werde sich der Arbeitskreis mit dem Kreisdirektor über das Thema austauschen.

Dazu erklärte Uwe Quitter im Vorfeld: „Die deutlich steigende Umlage an den Kreis stellt eine erhebliche Mehrbelastung für den Haushalt der Stadt Lünen und auch für die Haushalte der anderen Kreiskommunen dar. Hier gibt es daher zunächst die klare Erwartung der Stadt Lünen an den Kreis, dass bis zur Verabschiedung des Kreishaushaltes die Umlage für die kreisangehörigen Kommunen deutlich gesenkt wird. Hier ist auch der Kreistag in der Pflicht.“

Das käme finanziell auf Lünen zu

Sollte es bei der Ankündigung des Kreises bleiben, dann müsste Lünen im kommenden Jahr 64,8 Millionen Euro überweisen. Das wären 2,2 Millionen Euro mehr als fürs laufende Haushaltsjahr 2019.

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Auf die Frage, welche Konsequenzen das für den Lüner Haushalt hat, antwortete Stadtsprecher Spangardt, dass die Verwaltung gerade den Entwurf des Haushaltsplans vorbereite und die Einbringung durch den Kämmerer für die Ratssitzung am 26. September geplant sei: „Da gegenwärtig noch nicht alle Eckdaten final vorliegen, können die Konsequenzen erst mit der Einbringung dargestellt werden.“

Unterdessen erklärte Kreisdirektor Mike-Sebastian Janke, dass die Mehrbelastungen des Kreises ausschließlich auf Effekte zurückgehen würden, die der Kreis nicht beeinflussen könne. So sei zum Beispiel die Umlage des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) deutlich gestiegen. Janke: „Sie springt um rund 7,6 Millionen Euro auf 108,6 Millionen Euro.“

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