Kampf gegen Lkw-Lärm in Brambauer - laute Debatte an der Achenbachstraße

hzVerkehrslärm

Die Anwohner der Achenbachstraße sind genervt von Verkehrslärm und durchfahrenden Lkw. Auch beim Ortstermin mit Verwaltung und SPD wurde es laut. Vielleicht gibt es eine Lösung.

Brambauer

, 23.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laut diskutiert wurde am Montag (20.1.) auf der Achenbachstraße. Aus mehreren Gründen. Die Bürgerinitiative Achenbachstraße hatte zum Ortstermin geladen. Zusammen mit dem Technischen Beigeordneten Arnold Reeker und Hans-Michael Haustein, Fraktionsvorsitzender der SPD und Brambauraner, sollte über mögliche Lösungen gegen den lauten Straßenverkehr diskutiert werden.

Die Anwohner machten ihrem Ärger auch gleich zu Beginn lautstark Luft. Kinder auf dem Schulweg seien gefährdet, das Parken am Straßenrand kaum möglich, der Lärm verursacht vom Durchgangsverkehr - meist in Richtung Waltrop - lässt die Wände wackeln und raubt ihnen den Schlaf.

„Jeder kann ihre Probleme nachvollziehen“, sagte Reeker. Eine Sofortlösung hatte der Technische Beigeordnete allerdings auch nicht im Gepäck. Nach einigen hitzigen Wortwechseln gab es dann aber doch noch eine sachlich orientierte Debatte.

Kampf gegen Lkw-Lärm in Brambauer - laute Debatte an der Achenbachstraße

Auf der Achenbachstraße gibt es viel Durchgangsverkehr. Die Anwohner sind davon genervt und fordern Lösungen von der Stadt. © Matthias Stachelhaus

Verkehrslärm sorgt für laute Debatte

An der gehobenen Gesprächslautstärke änderte das wenig. Denn der Verkehrslärm war ständiger Begleiter des Treffens.

Haustein erinnerte Reeker daran, dass der Bebauungsplan 101 vor Jahren Lkw-Durchfahrten auf der Achenbachstraße vorgesehen hatte. „Den haben wir gekippt, weil das nicht so sein sollte.“ Haustein gab zu bedenken, dass das lange vor Reekers Amtsantritt gewesen sei.

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Verkehrszählung soll Fakten schaffen

Aufgrund der aktuellen Beschwerden, so Reeker, will die Stadt im ersten Quartal des Jahres eine Verkehrszählung an der Achenbachstraße durchführen. Zum Einsatz kommen soll hier ein mobiles Verkehrsschild, das die Geschwindigkeit von Autos misst und via Bildschirm anzeigt, automatische Zählung des Verkehrs inklusive.

Auf deren Grundlage können dann weitere Maßnahmen ins Auge gefasst werden. Etwa eine Verkehrsberuhigung durch sogenannte Eckinseln, die die Straße an bestimmten Stellen einengen, wäre denkbar.

Big Packs als Provisorium unmöglich

„Eine Wohnstraße können wir allerdings nicht mal eben daraus machen“, so Reeker. Das müsse auch nicht sein, antwortete Claudia Schöttler von der Bürgerinitiative. Solange sich die Autofahrer an Tempo 30 halten und der Lkw-Verkehr verschwinde.

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Der Forderung der Bürgerinitiative, provisorisch die Big Packs vom Weihnachtsmarkt zur Verkehrsberuhigung in der Achenbachstraße aufzustellen, erteilte Reeker eine Absage. Das sei nicht mit der Straßenverkehrsordnung zu vereinbaren.

Warum verschwand das Verbotsschild?

Unzufrieden sind die Anwohner nach wie vor mit dem Verschwinden des „Durchfahrt verboten“-Schildes für Brummis, kurz hinter der Einmündung der Achenbachstraße auf die Mengeder Straße.

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Bis September stand an der Achenbachstraße ein Durchfahrtsverbotsschild für Lkw. Das Foto stammt von August 2019. © Privat

Reeker wies erneut darauf hin, dass es sich laut Stadt um eine falsche Beschilderung gehandelt habe. Ein Durchfahrtsverbot für LKW an der Achenbachstraße gebe es nicht, habe es auch nie gegeben. Deswegen werde das Schild auch nicht ersetzt. Unklar blieb, wer das Schild entfernt hat.

Auf Nachfrage unserer Redaktion bei den Wirtschaftsbetrieben Lünen (WBL), die für gewöhnlich im Auftrag der Stadt Schilder aufstellen und entfernen, ließ sich am Dienstag (21.1.) etwas mehr herausfinden. Das Schild fiel anscheinend bei einer Begehung von Verkehrsprüfern der Verwaltung als fehlerhaft auf und wurde entfernt. An der Situation vor Ort ändert das freilich nichts.

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Heute fehlt das Durchfahrtsverbotsschild für Lkw an der Achenbachstraße. Die Stadt sagt, das Schild sei überflüssig gewesen. © Matthias Stachelhaus

Bürgerantrag soll helfen

Das kann nur ein Bürgerantrag nach §24 der Gemeindeordnung NRW. Und den will Claudia Schöttler jetzt einreichen. In Rücksprache mit Arnold Reeker. So kommt der Verkehrslärm dann auch auf die Tagesordnung der Politik, sprich in Ausschüsse und Rat.

Wie und ob sich dann an der Verkehrsproblematik an der Achenbachstraße etwas ändert, wird sich dann zeigen. Vielleicht kommt es ja so zurück, das Lkw-Durchfahrtsverbot. Inklusive Schild. Diesmal richtig.

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