Kaputte Bürgersteige: CDU fordert Geld für eine Bestandsaufnahme der Gehwege

hzCDU-Antrag

Für Straßen gibt es Schadensklassen. Das macht diese nicht besser, aber zumindest weiß man, wo es holpert. Bürgersteige werden nach Ansicht der CDU aber vergessen. Das soll sich ändern.

Lünen

, 10.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klagen über kaputte Straßen gibt es oft. Dabei geht es aber fast immer um die Fahrbahnen für die Autos. Die, die über buckelige Bürgersteige laufen müssen, werden öfter mal vergessen werden, findet die CDU-Fraktion im Rat und fordert eine Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer - und Geld für eine Bestandsaufnahme.

Kaputte Bürgersteige: CDU fordert Geld für eine Bestandsaufnahme der Gehwege

Der Gehweg an der Holtgrevenstraße soll erneuert werden. Für die CDU ist dieser Bürgersteig ein Beispiel dafür, dass defekte Fußwege oft länger „unterm Radar“ sind. © Storks

Die Christdemokraten wollen, dass die Fußwege analog zu den Straßen in die Schadensklassen eins bis fünf eingeteilt werden. CDU-Fraktionsvorsitzende Annette Droege-Middel: „Festzustellen ist“, sagt sie, „dass defekte Fußwege in den politischen Beratungen unerkannt bleiben, wie zum Beispiel bei der jetzt geplanten Sanierung der Holtgrevenstraße. Hier sollte der für die Schüler so wichtige Fußweg schon vor Jahren saniert werden.“

Kaputte Bürgersteige: CDU fordert Geld für eine Bestandsaufnahme der Gehwege

© Linnhoff

Forderung: Alle Bürgersteige sollen begutachten werden

Die CDU will mit ihrem Vorstoß nun dafür sorgen, dass man das besser im Blick hat: Für die Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung am 28. November hat sie den Antrag gestellt, „Mittel zur Begutachtung der Bürgersteige und Fußwege im gesamten Stadtgebiet einzustellen“. Auf gut Deutsch: Geld in die Hand zu nehmen, um den Zustand von Bürgersteigen und Fußwegen zu erfassen. Und dann, so heißt es in dem CDU-Antrag weiter, „die Einteilung analog zu den Straßen in die Schadensklassen eins bis fünf vorzunehmen“. Man fordert ausdrücklich die „Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer“.

Die CDU-Fraktion im Rat werde immer wieder auf den schlechten Zustand der Fußwege in Lünen angesprochen, begründet Annette Droege-Middel die Initiative ihrer Fraktion. Besonders gehbehinderte Menschen, die auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen seien, müssten auf die Straße ausweichen, um ihr Ziel zu erreichen und Unebenheiten „in erheblichem Umfang“ in Kauf nehmen.

Sinnvoll erscheine es, an das für Straßen vorliegende Werk anzuknüpfen, finden die Christdemokraten. Ergänzungen für die Fuß- und gegebenenfalls auch die Radwege seien vor allem da wichtig, wo die Einstufungen auseinanderfielen, also wenn zum Beispiel wie an der Parkstraße sich die Fußwege in einem deutlich schlechteren Zustand befänden wie die Fahrbahn.

Geht es nach der CDU, dann soll die Verwaltung noch in der Sitzung einen Vorschlag machen, wieviel Geld benötigt wird, um den Zustand der Bürgersteige zu erfassen. Anfangen mit der konkreten Erhebung möchte die CDU dann im kommenden Jahr.

Stadt: Auch die Gehwege werden regelmäßig kontrolliert

Die Stadt Lünen betont, dass nicht nur der Zustand der Straßen, sondern sehr wohl auch jener der Gehwege regelmäßig beurteilt werde. Die letzten Untersuchungen habe es 2014 und 2019 gegeben, teilt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage mit. Der Prüfzyklus einer normalen Straße betrage vier Wochen, bei einer Hauptverkehrsstraße zwei Wochen. Die Fußgängerzone werde sogar wöchentlich kontrolliert. Alle Ergebnisse fänden sich in einer Datenbank bei der städischen Abteilung Straßenbau wieder. Heißt im Klartext: „Es liegt zu jeder Fahrbahn und auch zu jedem Gehweg eine Zustandsbewertung vor“, sagt Spangardt. Warum manchmal die Fahrbahn erneuert wird und der Gehweg nicht, erklärt der Stadtsprecher so: Die Fahrbahn seien einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt als der Gehweg. Es könne somit vorkommen, dass die Fahrbahndecke als „lebensverlängernde Maßnahme“ erneuert werde, während Gehwege unangetastet bleiben. Der schlechte Zustand von Gehwegen sei oft durch Baumwurzeln verursacht. Solche Ursachen aber könnten nur im Rahmen einer Komplettplanung beseitigt werden. Die Straßenbauabteilung versuche deshalb, eine Straße solang instand zu halten, bis eine solche Komplettsanierung wirtschaftlich vertretbar sei.

Lesen Sie jetzt