Katholische Kita Lünen-Süd: Neue Leiterin hat arabische Wurzeln

hzHeilige Familie

Christina Bayrami Alwandi (37) ist Leiterin der katholischen Kita Heilige Familie. Dass sie arabische Wurzeln hat, „kann Türen öffnen“, sagt sie. Zur Kita hat sie eine besondere Beziehung.

Lünen-Süd

, 07.10.2020, 08:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass ihr Name einen arabischen Klang hat, weil ihr Vater aus dem Iran stammt, sei für die Kinder und Eltern der katholischen Kita Heilige Familie Lünen-Süd gar kein Thema. Für Christina Bayrami Alwandi ist es das auch nicht. Seit 1. August hat sie offiziell die Leitung der Einrichtung an der Weißenburger Straße übernommen. Die arabischen Wurzeln „können Türen öffnen“, sagt die 37-Jährige.

Die Verbindung zur Kita besteht schon seit ihrer Kindheit. Christina Bayrami Alwandi ist in Lünen-Süd geboren, groß geworden und als Kind in die katholische Kita gegangen. Damals war noch eine Ordensschwester die Leiterin. Auch die jüngeren Brüder ihres Vaters haben die Kita Heilige Familie besucht - kurz nachdem ihre Großeltern 1969 aus dem Iran nach Lünen-Süd gekommen sind.

Berufswunsch stand schon früh fest

Dass sie beruflich gerne mit Kindern arbeiten würde, stand für Christina Bayrami Alwandi schon früh fest. Und wieder gibt es eine Verbindung zur Kita Heilige Familie. Hier machte sie ihr Anerkennungsjahr als Erzieherin. Anschließend arbeitete sie sechs Jahre in der katholischen Kita St. Raphael und ab 2009 wieder in der Kita Heilige Familie. Schon da hatte sie den Wunsch, mehr zu sein als Fachkraft. Doch dann kündigte sich 2010 ihre Tochter an und sie legte den Gedanken auf Eis. Vor zwei Jahren wurde sie gefragt, ob sie die kommissarische Leitung übernehmen wollte. Da sagte sie zu und ist jetzt Chefin.

„Schneller Vertrauen fassen“

Bei ihrer Hochzeit vor zwölf Jahren hätte sie auch den Namen ihres deutschen Mannes annehmen können. Sie behielt den mit dem arabischen Klang. „Ich bin sehr familienbezogen“, sagt sie. Dank ihrer Wurzeln würden Familien mit Migrationshintergrund schneller Vertrauen fassen. „Man versteht oft den Hintergrund ein bisschen besser.“ Auch in die katholischen Einrichtung gingen Kinder, die anfangs kein Deutsch konnten.

Jetzt lesen

Christina Bayrami Alwandi ist ausgebildete Fachkraft für Inklusion. Sie setzt auf Vielfalt, das „gibt Lünen-Süd ja auch her.“ Jedes Kind solle sich so angenommen fühlen, wie es sei. Herkunft sei da gar kein Thema.

Corona bedeutet für die Kita mit 40 Kindern und acht Fachkräften eine neue Herausforderung. Laternenumzug oder Wichtelwerkstatt, wie es das in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Eltern gegeben hat, wird diesmal nicht möglich sein. Doch Christina Bayrami Alwandi möchte zumindest für die Kinder etwas organisieren, „damit es für sie normal weitergeht.“ Den Gedanken des gemeinsames Miteinanders, auch im Ortsteil, will sie weiter leben und „gucken, wie wir es Familien einfacher machen können“, ist ihr Ziel.

Lesen Sie jetzt