Kaugummireste verschandeln Lüner Innenstadt

Verschmutzte Pflastersteine

Kaugummireste auf dem Boden, selbst schon auf frisch gepflasterten Plätzen. Über diese klebrige Verschmutzung in der Lüner Innernstadt ärgert sich Theo Freihold. Das Stadtbild, meint er, leide enorm unter dieser Verschmutzung, die immer öfter auftritt. Dabei droht ein Bußgeld, wenn man erwischt wird, wie man sein Kaugummi auf den Boden spuckt.

LÜNEN

, 06.03.2017, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kaugummi auf dem Pflaster lässt sich nur schwer entfernen.

Kaugummi auf dem Pflaster lässt sich nur schwer entfernen.

Schaut man sich die rötlichen Pflastersteine in der Innenstadt genau an, dann sieht man sie überall: weiße, graue und schwarze, münzgroße Flecken. Kurz hinter der Lippebrücke in der Fußgängerzone ist es besonders schlimm. „Wenn das so weitergeht, läuft man bald über einen Kaugummiteppich“, sagt der Lüner und zeigt auf eine Stelle, wo besonders viele Kaugummis auf den Boden gespuckt wurden.

Selbst neben Mülleimern ist der Boden übersät mit dem klebrigen Zeug. Besonders schlimm sei es am Krankenhaus und am Zentralen Omnibusbahnhof in der City. Dafür hat Theo Freihold kein Verständnis: „Man muss ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man die eigene Stadt nicht verschmutzt.“

Teure Entfernung mit Hochdruckanlagen

Um den Asphaltkleber wieder entfernen zu können, werden spezielle Heißwasserhochdruckanlagen benötigt. „Es gibt verschiedene Verfahren, die aber alle zeitaufwendig und somit kostenintensiv sind“, erklärt Ulrich Wahl, Leiter der Stadtreinigung Lünen.

Doch im Moment werden Kaugummis nicht gezielt entfernt, da es keinen speziellen Auftrag an die Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) gibt. Im Rahmen der normalen Reinigung werden Kaugummireste zumindest teilweise entfernt, so Wahl. Hartnäckige Flecken werden aber so nicht verschwinden.

Neuer Marktplatz schon verschandelt

Theo Freihold findet es besonders schade, dass selbst auf frisch verlegten Steinen schon vereinzelt Kaugummis kleben. So auch auf dem neuen Marktplatz. „Mich stört es, dass es offensichtlich niemanden stört, auf neuen Plätzen das Kaugummi zu entsorgen“, sagt der passionierte Radfahrer.

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Dabei droht sogar ein Bußgeld von zehn Euro, wenn man dabei erwischt wird, sein Kaugummi auf den Boden zu spucken. Doch das schreckt die Meisten nicht ab. Andere Städte haben dagegen den Kampf gegen Kaugummispucker aufgenommen. Der SPD-Fraktionschef in Wesel fordert eine Kaugummisteuer, damit die Fußgängerzone nicht weiter verdreckt wird.

Im englischen Liverpool gibt es diese Steuer seit 2015: von jedem bezahlten Päckchen werden 1,5 Cent genommen. Das Geld wird für die Beseitigung verwendet. Noch drastischer geht die Regierung in Singapur vor. Dort sind Kaugummis nämlich komplett verboten. Nur gegen ein Rezept bekommt man sie in Apotheken.

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