Die erste Sitzung des neuen Stadtrates fand am 5. November im Erlebnisreich-Campus in Wethmar statt. © Goldstein
Meinung

Keine Diskussion, sondern eine Erklärung ist nötig

Das Positionspapier des Stadtrates ist nach Meinung unseres Autors absolut gerechtfertigt. Wobei er den Politikerinnen und Politikern in einem Punkt widerspricht. Und einen Vorschlag hat er auch.

Dem Appell des Lüner Stadtrates ist eigentlich nichts hinzuzufügen: Hass und Gewalt gehen gar nicht, egal in welchem Zusammenhang. Wer die Ärmel hochkrempelt und sich öffentlich für seinen Verein, seine Nachbarschaft, seinen Stadtteil oder seinen Landkreis einsetzt, dem gebührt Respekt, anstatt dass man ihn (oder sie) beschimpft.

Wobei, in einem Punkt würde ich dem Papier widersprechen: Wir brauchen keine breite gesellschaftliche Debatte über die Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen. Denn da gibt es nichts zu diskutieren: Gerade weil wir ein freies und demokratisches Land sind, darf jeder hier selbstverständlich seine Meinung haben (sofern sie nicht die Würde des Menschen verletzt oder bedroht, aber das ist schon wieder ein anderes Kapitel). Es scheint mir eher so, als wenn wir diesen fundamentalen Grundsatz einem Teil unserer Gesellschaft nochmal eingehender erklären müssten.

Natürlich finde ich nicht alle anderen Meinungen toll. Meistens sage oder schreibe ich das dann auch. Aber das heißt nicht, dass ich Menschen mit anderer Meinung nicht respektiere (Ausnahme: s. oben). Umgekehrt würde ich mir auch von den Politikerinnen und Politikern mehr Akzeptanz wünschen. Anstatt die Presse zu beschimpfen, lasst uns lieber bei einem Bier drüber reden. Hätten wir doch alle was von.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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