Kinder der Leoschule: Briefe und Bilder für einsame Senioren in Lünen

Corona-Krise

Senioren in Pflegeheime leiden derzeit wohl besonders unter der Kontaktsperre. Angehörige dürfen sie nicht mehr besuchen. Um die Einsamkeit zu lindern, startete die Leoschule eine Aktion.

Lünen

13.04.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schulleiter Matthias Flechtner überreicht die Briefe gegen Einsamkeit an Betreuungskraft Gabi Baginski.

Schulleiter Matthias Flechtner überreicht die Briefe gegen Einsamkeit an Betreuungskraft Gabi Baginski. © Leoschule

In nahezu allen Seniorenheimen in Deutschland herrschen momentan strenge Auflagen, da die Bewohner zur Risikogruppe gehören und unbedingt vor dem Corona-Virus geschützt werden müssen. So richtig diese Maßnahmen auch sind, sie ziehen leider häufig eine zunehmende Einsamkeit der Bewohner nach sich, da sie keinen Besuch bekommen dürfen.

Durch Kontakte zum Seniorenzentrum Alloheim in Beckinghausen entstand in der Leoschule deshalb die Idee, der drohenden Einsamkeit entgegenzutreten und den Senioren mit Briefen und Bildern der Grundschüler eine Freude zu bereiten.

Da die Kinder, aufgrund der Schulschließung und der sich anschließenden Osterferien nicht in der Schule waren, wurden sie kurzerhand über einen Brief auf der Homepage der Schule über diese Idee informiert.

Schulleiter schrieb Brief

Darin erklärte Schulleiter Matthias Flechtner den Mädchen und Jungen, dass sie diese ungewöhnliche Zeit zuhause mit ihrer Familie verbringen und vielleicht gemeinsam etwas spielen, malen oder basteln können. „Viele ältere Menschen, die in Altenheimen leben, dürfen zurzeit leider keinen Besuch bekommen und sind deshalb sehr viel alleine und fühlen sich einsam,“ so Flechtner. Die Idee, Senioren Briefe zu schreiben, kam aus dem Team des Pastoralen Raums Lünen.

„Viele Grundschüler unserer Leoschule, die nun seit drei Wochen nicht mehr zur Schule gehen durften, hielten tatsächlich viel von dieser Idee und griffen daraufhin zu Papier und Stift“, freut sich Flechtner.

Kinder beschreiben ihren Alltag in der Corona-Krise

Die Kinder malten Bilder und schrieben Briefe an die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums. Darin beschrieben sie ihren Alltag in der aktuellen Situation und erzählten häufig ein wenig von sich und ihrer Familie.

Wegen der Schulschließung und der Osterferien konnten die Kinder ihre Briefe und Bilder nicht bei den Klassenlehrern abgeben.

Überraschungspost von der Leoschule

Überraschungspost von der Leoschule © Matthias Flechtner

Viele Eltern fotografierten die Briefe der Kinder und schickten sie per E-Mail an die Schule oder an die Klassenlehrerin. Einige Briefe wurden auch, ganz klassisch in den Briefkasten der Leoschule eingeworfen. Andere Kinder schrieben ihre Gedanken, mit Hilfe der Eltern, auch direkt per Messenger oder E-Mail an die Schule.

Sogar Erstklässler beteiligten sich an der Aktion

Flechtner: „Dass sich auch schon einige Erstklässler an dieser Aktion beteiligten und ihre ersten eigenen Briefe schrieben, zeigt, wie das Ziel anderen eine Freude zu machen, auch schon die jüngsten Kinder motiviert hat.“

So konnte Matthias Flechtner am Gründonnerstag über 50 Briefe an die Betreuungskraft Gabi Baginski vom Seniorenzentrum Alloheim in Beckinghausen übergeben. Die sie als Osterüberraschung zusammen mit Agata Zak vom Sozialen Dienst an die Bewohner verteilte.

Die Briefe der Kinder der Leoschule sind bei den Senioren angekommen.

Die Briefe der Kinder der Leoschule sind bei den Senioren angekommen. © Zak

Agata Zak: „Zahlreiche Briefe und Päckchen haben uns schon erreicht mit Ostergrüßen, tollen Bildern, Gedichten, Geschichten, Gebasteltem und und und… Sie alle machen Mut, trösten und bringen die Augen der Bewohner zum Strahlen!“

Ein großes Dankeschön geht an die Schüler, Lehrer und Eltern der Leoschule in Lünen sowie an viele Einwohner aus Beckinghausen, die sich ebenfalls an der tollen Aktion beteiligt haben!

„Allen möchten wir ein großes Dankeschön aussprechen und freuen uns weiterhin über tolle Briefe und Postkarten. Nach und nach werden wir gemeinsam mit den Bewohnern auf alle Briefe antworten“, sagt Agata Zak.

Die Osterpost für die Angehörigen der Senioren.

Die Osterpost für die Angehörigen der Senioren. © Zak

Zunächst aber wurden fleißig Ostergrüße an die Angehörigen zuhause verschickt und zwar auf Klopapier. Diese Idee hatte eine Bewohnerin und sorgte damit für Begeisterung und große Lacher.

Agata Zak: „Das Leben ist momentan ernst genug und Humor ist wenn man trotzdem lacht.“

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