Kinder entscheiden bei Spielplatzbau in Lünen begeistert mit

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Wer weiß am besten was einen guten Spielplatz ausmacht? Kinder natürlich. Ihre Expertise konnten die Lüner Kinder jetzt bei einem Termin einsetzten und Wünsche für den Spielplatz äußern.

Alstedde

, 11.10.2020, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Andrang ist trotz des Nieselregens riesengroß. Etliche Familien stehen zum Teil unter Regenschirmen vor einem Transporter mit der Aufschrift „Streetworker“. Viele Kinder tollen in Gummistiefeln und Regenjacken umher, spielen fangen oder stehen noch etwas schüchtern bei den Eltern. Einige Kinder klettern mutig auf den Erdhaufen, der bald ihr neuer Spielplatz im Hülsenbeckweg in Alstedde werden soll.

Von der Schaukel bis zum Drehkreisel

130.000 Euro stehen für den Spielplatz bereit. Bei dem Termin dürfen die Kinder ihre Wünsche äußern. Welche Geräte sollen auf dem neuen Spielplatz stehen? Wie soll der Spielplatz aussehen? Was soll man alles machen können? Einige Wünsche müssen die Planer den Kindern allerdings von vorn herein ausreden. Julia Hoinka von den Streetworkern: „Wir können leider keine Seilbahn bauen, dafür haben wir zu wenig Platz. Ein Wasserspielplatz geht auch nicht.“

Einige Kinder haben ihre Wünsche für den Spielplatz aufgemalt.

Einige Kinder haben ihre Wünsche für den Spielplatz aufgemalt. © Nora Varga

Nach diesem kleinen Dämpfer geht es los mit den Ideen der Kinder. Einige haben von zu Hause schon Bilder von ihren Traum-Spielplätzen mitgebracht, die eigesammelt und vorsichtig in den Transporter gelegt werden. Die Kinder dürfen munter reinrufen, was sie sich vorstellen. Es kommen Klassiker wie Rutschen, Wippen und Schaukeln, aber auch ungewöhnliche Ideen, wie eine Feuerwehr-Rutschstange, eine Kletterwand oder ein Drehkreisel. Am Ende teilen die Streetworkerinnen Julia Hoinka und Kerstin Balitzki die Spielgeräte nach Aktivitäten ein und jedes Kind hat eine Stimme. Sie können sich unter anderem entscheiden zwischen rutschen, schaukeln, klettern oder drehen.

Sven Scholz und seine Tochter Lisa (2) vor der Fläche des neuen Spielplatzes in Alstedde.

Sven Scholz und seine Tochter Lisa (2) vor der Fläche des neuen Spielplatzes in Alstedde. © Nora Varga

Yvonne ist heute mit ihrem Pflegesohn Wesly gekommen. Der 14-Jährige hat das FASD (Fetale Alkoholspektrumstörungen) und ist deswegen in seiner Entwicklung verzögert. Die Pflegemutter freut sich sehr über den neuen Spielplatz: „Es gibt keinen anderen in der Nähe. Die, die es gibt, sind alt und ungepflegt.“ Wesly würde auf dem neuen Spielplatz gerne eine Kletterwand haben, aber auch Sport könnte er sich vorstellen: „Ich spiele sehr gerne Fußball.“ Vanessa Fasse ist mit ihrem Kind gekommen, weil sie die Plakate in der Nachbarschaft gesehen hat. Sie findet das Vorhaben gut: „Die Fläche hätte aber ein bisschen größer sein können.“

Die Plätze werden besser angenommen

Auch Familie Scholz ist hergekommen. Sven Scholz hofft auf einen schönen Spielplatz für seine zwei Kinder: „Wir wohnen in der Nähe und für die Kinder ist es einfach schön. Für Kinder bis sieben oder acht Jahre ist so ein Spielplatz auf jeden Fall was.“ Schon seine zweijährige Tochter Lisa ist mitten drin im Getümmel der Kinder und ihrer Ideen. Scholz findet es unterstützenswert, dass die späteren Benutzer der Spielfläche selbst entscheiden können, was gebaut werden soll.

Jürgen Arendes von der Stadt Lünen und Matthias Hähnel vom Planungsbüro studieren den Grundriss des Spielplatz entstehen.

Jürgen Arendes von der Stadt Lünen und Matthias Hähnel vom Planungsbüro studieren den Grundriss des Spielplatzes. © Nora Varga

„Solche Plätze werden natürlich besser angenommen, weil die Kinder das Gefühl haben daran mitzuarbeiten“, erklärt Jürgen Arendes von der Stadt Lünen. Der Platz soll wahrscheinlich gegen Ende des nächsten Jahres fertig sein. Man wolle den Kindern alles ermöglichen, was im Budget liegt und technisch möglich ist, verspricht Arendes.

Euphorie ist groß

Nachdem die Kinder abgestimmt haben gehen die Streetworkerinnen noch zu den Kindern, die zu schüchtern sind oder zu klein um Sprechen zu können. Auch die Kinder von umliegenden Schulen und Kindergärten werden zu ihren Wünschen befragt. Währenddessen toben die übrigen Kinder im Hülsenbeckweg auf dem Erdhaufen, der bald ihr Spielplatz sein soll. Die Vorfreude der Kinder endlich auf dem Spielplatz zu spielen, den sie geplant haben, ist riesengroß.

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