Kitas in Lünen: Stadt erwartet keine Rückkehr zum Regelbetrieb im August

hzMehr Kinder in Notbetreuung

Immer weiter ausgeweitet wird die Notbetreuung in den Kitas des Landes. Für manche Träger wird es eng, weil gleichzeitig Personal aus der Risikogruppe ausfällt. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Lünen

, 07.05.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über 3000 Kinder werden in Lünen in Kitas und Tagespflege betreut - im Normalfall. Der Normalfall ist aber momentan nicht, denn zur Eindämmung des Coronavirus sind die Kitas sind weiterhin grundsätzlich geschlossen.

Nicht alle Kinder bleiben allerdings zu Hause, es gibt Ausnahmen und Sonderregelungen, die anfangs nur für wenige zutrafen und mit den Wochen immer stärker erweitert wurden. Laut Stadt startete die sogenannte Notbetreuung in den Lüner Kitas mit 66 Kindern, mittlerweile sind es wieder über 400. „Damit werden etwa 13 Prozent der Kinder in Lünen betreut“, bilanziert Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

Erzieherinnen als Teil der Risikogruppe

Gleichzeitig können allerdings einige Erzieherinnen und Erzieher nicht arbeiten, weil sie zur sogenannten „Risikogruppe“ gehören, also über 60 Jahre alt und/oder vorerkrankt sind. In den städtischen Kitas liege der Anteil bei etwa 12 Prozent. Damit stimme das Betreuungsverhältnis von Kindern zu Erzieherinnen derzeit, so Spangardt.

Der evangelische Kirchenkreis Dortmund, der in Lünen Träger von sieben Kitas ist, sieht das zwar im Grunde ähnlich: „Es ist noch keine Katastrophe“, sagt Fachbereichsleiter Jochen Schade-Homann, aber: „Es wird enger.“ Von den rund 700 Mitarbeitern wären momentan rund 100 freigestellt, dazu kommen die normalen Krankschreibungen. „Wir kommen an unsere Grenzen“, so Schade-Homann.

Vor allem in kleineren Einrichtungen gelte das, denn auch dort muss man die Corona-Regeln ja umsetzen, also unter anderem: „Feste Gruppen, fester Raum, festes Personal.“ Wie lange das noch so bleiben soll? „Ich rechne in diesem Kindergarten-Jahr nicht mehr mit dem Regelbetrieb.“

Regelbetrieb ab August? Stadt geht nicht davon aus

Das sieht auch die Stadt Lünen so, wie Benedikt Spangardt sagt: „Wir gehen nicht davon aus, dass der Regelbetrieb im August aufgenommen werden kann. Wir setzen uns bereits jetzt mit unterschiedlichen Szenarien auseinander.“ Klar ist für die Stadt: „Solange nicht alle Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen eingesetzt werden können, ist auch eine Betreuung der Kinder, wie sie vor der Pandemie erfolgte, nicht möglich.“

Momentan werden deshalb auch keine Eingewöhnungen durchgeführt, weder bei den städtischen Kitas, noch bei denen des evangelischen Kirchenkreises. Auch die Elterninitiative der Kita Kinderhaus wartet hier auf die neuesten Entwicklungen. Von 70 Kindern werden dort momentan 15 betreut. Und was ist mit dem neuen Kita-Jahr? „Das ist komplett ungewiss, soweit nach vorne zu gucken, bringt uns momentan nichts“, sagt Andreas Schroer aus dem Vorstand des Trägervereins.

Das bedeutet für die vielen Eltern und ihre Kinder weiter Ungewissheit, während Kommunen und Land jetzt verhandeln, wie es konkret weitergeht und wie die Notbetreuung weiter ausgeweitet wird.

Besondere Regeln in der Notbetreuung

In der Zwischenzeit gelten für Mitarbeiter und Kinder dort, wo betreut wird, besondere Regeln:

  • Kinder müssen Händewaschen, Abstand halten, Nies-Etikette beachten.
  • Kinder dürfen sich nicht frei bewegen, sondern nur in Begleitung von Aufsichtspersonen.
  • Kinder dürfen Kinder anderer Gruppen nicht treffen.
  • Manche Räume und Spielgeräte sind gesperrt.
  • Kinder dürfen nur von Eltern oder Betreuungspersonen gebracht und abgeholt werden, weitere Personen dürfen das nicht.
  • Beim Bringen und Abholen ist ein Mundschutz zu tragen.
  • Kranke Kinder werden nicht betreut (egal, welche Krankheit) - es wird regelmäßig Fieber gemessen.




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