Kleingärtner am Buchenberg in Lünen sauer: Landwirt kündigt Verträge

hzWelschenkamp

Seit vielen Jahrzehnten pflanzen die Kleingärtner auf ihrem Gelände am Buchenberg ihr Gemüse an. Kommenden März ist Schluss - der Besitzer des Grundstücks hat die Verträge gekündigt.

Lünen

, 21.09.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was Theo Pohl besonders aufregt, ist, dass zwei Kleingärtner jetzt vor kurzem noch zwei neue Lauben gebaut - und damit viel Geld investiert haben. „Warum hat Herr Kuhne nicht schon früher etwas gesagt?“ Theo Pohl ist stellvertretender Vorsitzender des Kleingärtnervereins am Buchenberg. „Kuhne“ ist Dieter Kuhne, dem die Flächen am Welschenkamp gehören. Und Kuhne hat den Kleingärtnern zum kommenden März gekündigt.

Das hat für viele Kleingärtner drastische Folgen, schildert Pohl: „Der Verein wird pleite gehen, viele Gärtner können den Abriss überhaupt nicht stemmen finanziell.“ Denn dazu sind sie vertraglich verpflichtet, das Gelände müsse als Grabeland wieder hergerichtet werden, sagt Pohl. „Das wird Insolvenzen geben ohne Ende.“

„Insolvenzen ohne Ende“

Auch deswegen will der Verein sich mit Unterstützung des Landesverbands gegen die Kündigung wehren. „Das ist eine Katastrophe. Hier leben viele Nationen friedlich nebeneinander.“

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Kuhne kann den Unmut der Kleingärtner verstehen: „Ich will das nicht beschönigen“, meint er. Er hat dem Verein gekündigt, weil dessen Flächen „wie ein Stachel“ tief in Kuhnes Äcker reinragten. „Das ist auch für die Natur nicht schön.“ Unzufrieden ist er auch mit der Zufahrt zum KGV, der sich zu einem Hotspot für illegale Müllablagerungen entwickelt habe. Für den Ausbau der B54 habe er überdies Flächen verkauft, für die ihm Ersatz zugesagt worden war. Die Zusage wurde nicht gehalten, deshalb brauche er jetzt weitere Flächen.

Überhaupt sei der Ausbau der B54 der eigentliche Anlass für die Kündigung zu diesem Zeitpunkt. Weil die Dortmunder Straße auch auf Höhe des KGV vierspurig werden soll, plant Straßen.NRW dort, eine Lärmschutzwand zu bauen. „Da wäre es doch widersinnig, mit der Kündigung zu warten, bis die Lärmschutzwand steht. Dann lieber jetzt, vor dem Ausbau.“

Umzug eine Lösung?

Kuhnes Idee: Straßen.NRW braucht keine Lärmschutzwand mehr zu bauen, das Geld, das in den Bau geflossen wäre, könnten über Kuhne am Ende die Kleingärtner erhalten. Und die wiederum könnten das für den Rückbau an der Dortmunder Straße nutzen und umziehen. Zum Beispiel auf den eigentlichen Buchenberg auf der anderen Straßenseite, wo Kuhne schon eine Fläche für die Kleingärtner im Blick hat.

Ob Straßen.NRW das überhaupt mitmachen würde, ist allerdings unklar, gibt Kuhne zu. Und laut Pohl wären auch die Kleingärtner nicht bereit dafür: „Das kommt für uns nicht infrage.“ Die Stadt habe überdies schon signalisiert, dass Kuhnes Ersatzfläche für Kleingärtner gar nicht zulässig sei. Vor allem für die älteren der 22 Pächter des KGV Buchenberg sei die Situation am Ende schlimm, meint Pohl.

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