Landratskandidaten Löhr und Pufke vor der Stichwahl: „Jetzt kommt das Finale“

hzKommunalwahl 2020

Die „Vorrunde“ brachte ein recht klares Ergebnis, doch die Entscheidung fällt im „Finale“, wie CDU-Kandidat Marco Morten Pufke es ausdrückt. Er sieht sich in der Stichwahl gegen Mario Löhr (SPD) nicht chancenlos.

Kreis Unna

, 15.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stichwahlen blieben erfolgsverwöhnten SPD-Kandidaten im Kreis Unna oft erspart, doch bei der Kommunalwahl 2020 ist nichts mehr so, wie es noch 2014 war. Bundespolitisch war die SPD auch damals längst bei unter 30 Prozent Zustimmung angekommen, doch ihre beliebten Amtsinhaber wie die Bürgermeister Roland Schäfer (Bergkamen) oder Hermann Hupe (Kamen) fuhren damals noch Ergebnisse an die 70 Prozent ein. Auch Landrat Michael Makiolla wurde vor sechs Jahren mit absoluter Mehrheit für eine dritte und letzte Amtszeit wiedergewählt.

Im Lichte der weiter schwindenden Umfragewerte und Wahlniederlagen der vergangenen Jahre hat der SPD-Kandidat für das Landratsamt, Mario Löhr (49), am Sonntag ein überaus starkes Ergebnis erzielt.

41,1 Prozent der Wähler entschieden sich für den amtierenden Bürgermeister der Stadt Selm – ein Vorsprung von 13,5 Prozent gegenüber seinem Konkurrenten Marco Morten Pufke (47) von der CDU. Dass Löhr damit als Favorit in die Stichwahl am 27. September geht, dürfte so einige Beobachter überrascht haben. Schließlich stürzte Löhrs Partei in vielen Städten ab – in Unna etwa verlor die SPD 13,2 Prozent gegenüber 2014, wurde nur noch hauchdünn stärkste Kraft vor annähernd gleich starken Grünen und der CDU.

Mario Löhr trotzt der allgemeinen Schwäche seiner Partei

Löhr kann also sein Ergebnis durchaus als ganz persönlichen Erfolg verbuchen. In unserer Livesendung zur Wahl gab Löhr sich bescheiden, verwies aber auch auf sein Wahlergebnis aus Selm. Dort ist er seit elf Jahren Bürgermeister; als Landrat wollten ihn nun fast 60 Prozent der Selmer sehen. Für Löhr ein Beleg dafür, dass er zu seinem Wort stehe, sein Ruf als „zupackender Macher“ keine leere Phrase sei.

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Marco Morten Pufke räumte in unserem Wahlstudio indes unumwunden ein, dass er sich ein besseres Ergebnis gewünscht hatte. „Aber das war die Vorrunde. Im Finale fängt es wieder bei Null an“, gab sich Pufke auch kämpferisch. Mit viel Präsenz in allen zehn Städten und Gemeinden des Kreises wolle er bis zum Stichwahl-Sonntag weiter für seine Inhalte werben.

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Nicht mehr im Rennen ist dann Herbert Goldmann (66). Der Landratskandidat der Grünen hatte mit 18,0 Prozent ein achtbares Ergebnis geholt und sagte, er sei darüber „hoch zufrieden“. Ähnlich äußerte sich die FDP-Bewerberin Susanne Schneider (53), die 6,3 Prozent holte, aber wie Goldmann auf eine Wahlempfehlung zugunsten eines der Stichwahl-Kandidaten verzichtete.

GfL-Kandidat Dahlke zieht in den Kreistag und Lüner Rat ein

Der fünfte Landratskandidat, Andreas Dahlke (55, GfL), freute sich über starke 21,94 Prozent in seiner Heimatstadt Lünen und wird dem Kreistag künftig als einfaches Mitglied angehören. In den Rat der Stadt Lünen zog er sogar direkt ein, gewann also seinen Wahlkreis, was zuvor noch keinem GfL-Kandidaten gelungen war.

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