Krach in der GFL: Wählergemeinschaft aus Lünen wiederholt Abstimmungen

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Was ist los in der GFL? Die Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Lünen“ hat angekündigt, die Abstimmungen ihres Sitzungsmarathons vom Juni wiederholen zu wollen.

Lünen

, 12.07.2020, 21:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch rund 60 Tage bis zum Wahltag am 13. September. Jetzt ist es für die politischen Bewerber an der Zeit, die Wählerinnen und Wähler von ihren Positionen und dem Personal zu überzeugen. Die Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL) macht indes mit einem innerparteilichen Disput auf sich aufmerksam.

Nach der Mammutsitzung vom Juni erneute Mitgliederversammlung

Obwohl schon am 6. Juni 50 der rund 100 GFL-Mitglieder mehr als zwölf Stunden lang zusammen saßen, um über die Rats- und Kreistagskandidaten und das Programm zu debattieren und schließlich abzustimmen, wird es am 21. Juli erneut eine Mitgliederversammlung gegeben. Dabei werden Abstimmungen wiederholt.

„Die Entscheidungen scheinen wohl nicht in Ordnung gewesen zu sein“, mutmaßt ein anonymer Briefeschreiber, der sich selbst als GFL-Mitglied bezeichnet. Er prangert an, dass es interne Kritiker, die nicht „auf einer Wellenlänge“ mit dem GFL-Vorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden Prof. Dr. Johannes Hofnagel seien, schwer hätten und damit rechnen müssten, politisch „kaltgestellt zu werden“. „Deshalb äußere ich mich in dieser Form, weil meine Kritik in der GFL untergehen würde“, heißt es in dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt.

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Peter Bludau und Helmut Rosenkranz, zwei langjährige Wegbegleiter der GFL, hatten sich bereits im Juni ähnlich geäußert. Sie hatten damals nach der Mitgliederversammlung und nach Bludaus Niederlage in einer Kampfabstimmung mit Hofnagel um einen Wahlbezirk die Wählergemeinschaft verlassen und bilden seitdem gemeinsam eine Ratsfraktion.

Wahlprogramm einstimmig verabschiedet

Dass die GFL kontrovers über die Zusammensetzung des künftigen Stadtrats- und Kreistagsteams diskutiert habe, bestätigt Hofnagel. Aber das sei doch gerade eine Qualität: „Wir tragen Diskussionen aus, auch wenn es lange dauert.“ Anschließend müsse aber auch jeder die Bereitschaft haben, das Mehrheitsvotum mit zu tragen: eine Bereitschaft, die einige der Unterlegenen nicht gezeigt hätten. Dabei seien die Abstimmungen gegen sie nicht einmal knapp ausgefallen: eine Kontroverse, die Hofnagel nur bei den Personalentscheidungen ausmachte, nicht aber bei der inhaltlichen Ausrichtung der GFL. Das Wahlprogramm sei einstimmig beschlossen worden bei drei Enthaltungen.

Inzwischen liegt beim Kreis Unna eine Beschwerde vor gegen die Entscheidungen zur Aufstellung des Landratskandidaten und der zur GFL-Liste für Rat und Kreistag, wie Hofnagel bestätigt. Eine Kritik, die er und der Rechtsanwalt, der die Versammlung begleitet hatte, für haltlos halten. Dennoch: „Wir wollen auf Nummer sicher gehen“ - auch, um Kritikern im Wahlkampf Wind aus den Segeln zu nehmen und sich wieder auf Inhalte konzentrieren zu können. „Wir wiederholen die Abstimmungen.“

Zwei Termine für die nächste Mitgliederversammlung

Erst hatte der GFL-Vorstand am 1. Juli zu einer neuen Versammlung am 16. Juli eingeladen. Dann folgte am 4. Juli eine neue Einladung für den 21. Juli. Bei der ersten Einladung hätten sich einige Mails wegen einer technischen Panne verzögert, so Hofnagel, Bei manchen sei die Einladung deshalb wenige Minuten nach dem Fristende eingetroffen. Um keine mögliche neue Angriffsfläche zu bieten, habe der Vorstand einen neuen Termin festgesetzt.

Schlechte Verlierer in den eigenen Reihen, die nicht Platz machen möchten für neue Gesichter und damit dem Wahlkampf schaden? Oder schlechte Führung, die es nicht versteht, verschiedene Gruppen in der Gemeinschaft miteinander zu versöhnen? Je nachdem, wen man fragt nach den Ursachen der Querelen, gibt es diese Antworten.

Die Diskussion führe in jedem Fall weg von einem wesentlichen Erfolg der GFL, wie Hofnagel meint: „Unser Ziel war es, mehr Frauen und mehr junge Leute nach vorne zu bringen: Das ist uns gelungen. Wir sind begeistert von unserem Team.“

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