Kriminalität in Lünen sinkt – nicht nur wegen Corona

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In Lünen gab es im ersten Halbjahr weniger Straftaten. Das zeigen die Zahlen der Polizei. Corona spielt dabei zwar auch eine Rolle, die Polizei nennt aber andere Gründe.

Lünen

, 15.07.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Polizeipräsidium Dortmund gab die Kriminalitätszahlen für das erste Halbjahr in Lünen bekannt. Demnach sind die Straftaten in der Lippestadt deutlich zurück gegangen. Die Polizei führt das nicht nur auf Corona zurück.

Zahl der Wohnungseinbrüche sinkt deutlich

Die Zahl der Straftaten in Lünen lag im ersten Halbjahr 2020 bei 2400 Fällen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 2747 Straftaten.

Einen besonders starken Rückgang gab es bei den Wohnungseinbrüchen. Von Januar bis Juni wurden 47 Einbrüche zur Anzeige gebracht, 27,7 Prozent weniger als noch 2019. Im Jahr 2015 lag die Zahl mit 207 Einbrüchen mehr als vier mal so hoch wie heute.

Polizeisprecher Sven Schönberg führt das auf verschiedene Faktoren zurück: „Zum einen werden Ermittlungskommissionen eingesetzt, um Täterstrukturen zu erkennen. Auf der anderen Seite gibt es höhe Strafen für Täter, die abschreckend wirken können.“

Zudem scheitere bereits die Hälfte aller Einbrüche im Versuch, da die Polizei mit Präventionsveranstaltungen umfassend informiert. „Die Bürger rüsten auf, um ihre eigenen vier Wände zu schützen“, so Schönberg.

Gewalt auf Zehnjahrestief

Auch bei den Gewaltdelikten wie Mord, Totschlag und Körperverletzung gehen die Zahlen zurück. 96 Fälle registrierte die Polizei im ersten Halbjahr, zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. „Die Zahl der Gewaltstraftaten sinkt stetig. Wir haben jetzt die niedrigste Zahl seit zehn Jahren“, berichtet der Polizeisprecher.

Obwohl der Straßenraub mit 10 Fällen bereits ein niedriges Niveau hat, sank die Zahl auch dort nochmals, sodass bis Juni nur 9 Anzeigen wegen Raubes angefertigt wurden.

Die Zahl der Taschendiebstahl sank um 6,7 Prozent auf 28 Taten. Die Polizei erklärt das unter anderem mit Schwerpunkteinsätzen an Brennpunkten und dem zentralisierten Bearbeiten der Fälle in einer Ermittlungskommission.

Häusliche Gewalt gesunken?

Die Entwicklung der Zahlen häuslicher Gewalt lassen sich dagegen nicht so einfach auswerten. Das hängt damit zusammen, dass häusliche Gewalt keinen eigenen Straftatbestand darstellt, sondern sich aus verschiedenen Delikten wie Körperverletzung und Nötigung zusammensetzt.

Eine erste Auswertung anhand der eingegangenen Anzeigen lässt allerdings vermuten, dass auch die häusliche Gewalt im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat.

Somit gehen die Straftaten in Lünen in sämtlichen Bereichen zurück. „Wir wissen natürlich, dass die Kriminalitätsentwicklung auch durch Sondereffekte aufgrund der Corona-Pandemie beeinflusst ist“, so Polizeipräsident Gregor Lange.

Die Corona-Beschränkungen haben die Lüner laut Polizei übrigens vorbildlich eingehalten. In den vergangenen drei Monaten wurden lediglich 7 Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung geahndet.

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