Das ehemalige Kühlhaus ist neben dem Verwaltungsgebäude das einzige, das auf dem alten Schlachthofgelände an der Borker Straße noch stehen geblieben ist. Jetzt soll es neu genutzt werden. © Goldstein
Innenstadt-Fläche

Kühlhaus auf ehemaligem Schlachthof wird umgebaut: Mieter ist gefunden

Nur Kühlhaus und Verwaltungsgebäude sind nach dem Brand auf dem Schlachthof an der Borker Straße geblieben. Nach zehn Jahren tut sich dort etwas: Das Kühlhaus soll neu genutzt werden.

Üblicherweise braucht ein Kühlhaus keine Fenster. Die sind jetzt allerdings in das Mauerwerk geschnitten worden. Eigentümer Heinrich Milk hat für die untere Etage des Gebäudes einen Mieter gefunden. Dafür wird der Komplex innen entkernt.

Das Kühlhaus und das Verwaltungsbäude sind nach dem Brand des Schlachthofs vor zehn Jahren als einzige Bauten übrig geblieben. Alle anderen Gebäude wurden abgerissen. „Das Kühlhaus fand ich schon immer schön“, sagt Heinrich Milk. Es sei vom Feuer damals unberührt geblieben, weil die Brandschutzwand gehalten habe. Lediglich eine Außenwand sei schwarz verrußt gewesen.

Jetzt wird das unterkellerte Gebäude, dessen erste Etage 250 Quadratmeter groß ist, hübsch gemacht. Heinrich Milk will es vermieten. Im Herbst, wenn alles fertig ist, soll dort eine Praxis für Physiotherapie einziehen. Jetzt ist dort nur der Rohbau zu sehen. Wie das Gebäude innen gestaltet wird, kann sich der Mieter aussuchen. Es sollen Wände für drei Behandlungsräume, einen Gruppenraum, einen Sozialbereich und ein Büro gezogen werden. Die ebenso große obere Etage ist noch frei. Milk kann sich dort eine Orthopädiepraxis vorstellen. Parkplätze sind rundherum vorhanden.

Das sich jetzt auf dem Gelände in Lüner Top-Lage etwas tut, freut Heinrich Milk. Denn Pläne gab es einige. Als Hochschulstandort war der Bereich einmal im Gespräch. Zwei Jahre lang wurde ein Campus mit Hörsälen erdacht und geplant, der dann aber doch nicht kam. „Inzwischen hat sich das alles durch Online-Vorlesungen verschoben“, blickt Milk zurück.

Dennoch soll auf den 6000 Quadratmetern der alten Schlachthof-Fläche etwas geschehen. „Wir sind kurz vor dem Abschluss“, sagt Milk. Schon mehrfach war in der Vergangenheit von einem neuen Zustellzentrum der Post die Rede. Bestätigt wurde das seitens der Post bisher nicht. Die hat allerdings an ihrem jetzigen Standort in dem alten Gebäude an der Kurt-Schumacher-Straße ein Platzproblem. Heinrich Milk deutete die Post als Interessenten an. Der Vertrag sei aber noch nicht unterzeichnet. Käme das neue DHL-Logistikzentrum an die Borker Straße, würde dort Platz für 45 Post-Scooter geschaffen. Einige Hürden stehen aber noch an, neben den Unterschriften muss beispielsweise auch eine Baugenehmigung eingeholt werden.

Also noch viel Zukuftsmusik. Wie auch bei der gegenüberliegenden alten Feuerwache, die zwischenzeitlich mal als Flüchtlingsunterkunft diente. Auch die gehört Heinrich Milk. „Es gibt Planungen für einen Umbau“, sagt er.

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